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OPEC-Ölproduktion im Juli weiter gestiegen - Umsetzung der Kürzungen bröckelt


01.08.17 12:59
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Brent handelt nach dem Kontraktwechsel knapp unterhalb von 53 USD je Barrel, WTI erstmals seit gut zwei Monaten oberhalb von 50 USD je Barrel, so die Analysten der Commerzbank.

Selbst negative Nachrichten wie eine deutlich gestiegene OPEC-Produktion könnten die Ölpreise momentan nicht aus der Bahn werfen. Vor wenigen Wochen hätten derartige Meldungen die Preise noch auf Talfahrt geschickt. Die Marktstimmung habe ganz offensichtlich gedreht, so dass Preisrückgänge als Kaufgelegenheit erachtet würden. Zu erkennen sei dies am deutlichen Anstieg der spekulativen Netto-Long-Positionen. Bei WTI hätten diese in der letzten Berichtswoche das höchste Niveau seit Mitte April, bei Brent seit Ende Mai erreicht. Die OPEC habe einer Umfrage von Reuters zufolge im Juli 33 Mio. Barrel pro Tag produziert. Das seien 90 Tsd. Barrel pro Tag mehr als im Juni und das höchste Niveau seit Dezember 2016 gewesen. Ausschlaggebend hierfür sei eine gestiegene Ölproduktion in Libyen gewesen.

Doch nicht nur Libyen habe seine Ölförderung ausgeweitet. Der Juni-Wert sei zudem um 200 Tsd. Barrel pro Tag nach oben revidiert worden. Die Umsetzung der Produktionskürzungen habe im Juni demzufolge nur noch bei 77% gelegen, im Juli sei sie leicht auf 84% gestiegen, wobei die Vereinigten Arabischen Emirate und der Irak zuletzt nur noch 30% der versprochenen Kürzungen umgesetzt hätten. Das Problem der nachlassenden Disziplin solle auf einem Treffen am 7. und 8. August in Abu Dhabi diskutiert werden. Beim gegenwärtigen OPEC-Produktionsniveau dürfte der Ölmarkt im zweiten Halbjahr nur noch ein Angebotsdefizit von ca. 500 Tsd. Barrel pro Tag aufweisen. Der OPEC werde es somit nicht gelingen, das Überangebot wie von ihr angestrebt bis zum Jahresende vollständig abzubauen. (01.08.2017/fc/a/m)