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Kräftige Kursanstiege auf Emerging Markets-Aktienmärkten im Juli - Schwächerer US-Dollar beflügelt


11.08.17 11:10
Raiffeisen Capital Management

Wien (www.fondscheck.de) - Im Juli gab es einen weiteren kräftigen Aufwärtsschub auf den Aktienmärkten der Schwellenländer, so die Experten von Raiffeisen Capital Management in ihrem aktuellen "emreport".

Der MSCI EM Index habe um über 5% zugelegt; damit betrage das Plus seit Jahresbeginn bereits mehr als 20%. Die Bewegung sei mit einem erneut deutlich nachgebenden US-Dollar und spürbar anziehenden Rohstoffpreisen einhergegangen. Die fast überall positiven konjunkturellen Entwicklungen hätten die Aufwärtsbewegung unterstützt. Die Mittelzuflüsse seitens internationaler Investoren würden ebenfalls anhalten, nicht nur bei Anleihen, sondern auch bei Aktien. Dabei scheine sich die Stimmung der Investoren zuletzt nochmals verbessert zu haben. Die überraschend schwachen Inflationsdaten aus den USA sowie die jüngsten Äußerungen der US-Notenbankpräsidentin Yellen hätten den US-Dollar deutlich nach unten gedrückt und die Aktienkurse in den Schwellenländern zusätzlich beflügelt. Offenbar gehe die Mehrheit der Investoren von nur noch recht moderaten weiteren Zinsanhebungen der US-Notenbank in den kommenden Jahren aus. Es bleibe abzuwarten, ob sie mit dieser Einschätzung Recht behalten würden.

Mit dem jüngsten Kursanstieg sei der MSCI EM-Index aus dem Abwärtstrend ausgebrochen, der von den Allzeithochs des Jahres 2007 herrühre. Das könnte mittelfristig weitere Kurszuwächse zur Folge haben. Allerdings gebe es auch einige Punkte, die zumindest kurzfristig zur Vorsicht mahnen würden. Zum einen erscheine die Marktstimmung inzwischen schon sehr optimistisch. Die Kurszuwächse seien bislang vor allem in zwei Branchen erfolgt, nämlich Informationstechnologie und - mit einigem Abstand - im Bereich zyklischer Konsum.

Auch würden die Entwicklungen bei US-Dollar, US-Zinsen, Inflationsdaten und US-Aktien derzeit nicht so recht zusammenpassen. Die Aktienkurse würden ein kräftiges Wachstum bei Umsätzen und Gewinnen der Unternehmen signalisieren. Die Schwäche beim US-Dollar, die anhaltend niedrigen US-Anleiherenditen und die eher stagnierenden Inflationsraten würden aber dagegen sprechen. Das würde entweder ein baldiges Ende der US-Dollar-Abwertung oder aber negative Überraschungen bei den US-Unternehmensgewinnen in den kommenden Quartalen implizieren. Beides würde Gegenwind für die Aktienkurse in den Schwellenländern mit sich bringen. Außerdem scheine das Exportwachstum der asiatischen Emerging Markets seinen Zenit fürs Erste überschritten zu haben. Chinas Wirtschaftswachstum sei zwar weiterhin robust, dürfte sich aber in den kommenden Monaten abschwächen, mit entsprechenden Folgewirkungen in vielen anderen Schwellenländern.

Zumindest kurzfristig könnte es damit zu Gegenbewegungen und Korrekturen bei Währungen und Aktien der Emerging Markets kommen. Das mittel- bis langfristige Bild sei ungeachtet dessen aber weiterhin positiv, sowohl für die Aktienmärkte als auch die Währungen der Schwellenländer, wobei sich im Einzelfall natürlich erhebliche Unterschiede von Land zu Land zeigen könnten. (Ausgabe August 2017) (11.08.2017/fc/a/m)