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Industriemetalle: Zinn fällt deutlich aus dem Rahmen


05.09.17 14:24
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Während der Betreiber der SHFE vor kurzem Handelsrestriktionen bei Stahl- und Zink-Futures eingeführt hatte, um die Spekulation einzudämmen, reduziert er nun die Transaktionsgebühren bei Nickel und Zinn, so die Analysten der Commerzbank.

Die Gebühren für Day-Trader bei Nickel würden sogar ganz abgeschafft. Ausgenommen seien die Januar-, Mai- und September-Kontrakte. Die Änderungen würden per 7. September wirksam. Der Schritt solle laut dem Börsentreiber dazu dienen, die Liquidität in Kontrakten zu erhöhen, die kaum gehandelt würden. Nach Erachten der Analysten werde damit aber auch der Spekulation Tür und Tor geöffnet. Der meistgehandelte Nickel-Future (Januar-Kontrakt) an der SHFE sei seit Mitte Juli schon um 32% gestiegen. Der meistgehandelte Zinn-Future (ebenfalls Januar-Kontrakt) habe sich dagegen kaum bewegt.

An der LME habe sich der Zinnpreis in den letzten Tagen etwas von der 200-Tage-Linie entfernt, um die er die letzten Monate gehandelt habe, und nähere sich der Marke von 21.000 USD je Tonne. Seit Jahresbeginn stehe für Zinn dennoch ein Minus von 2% zu Buche. Zinn falle damit deutlich aus der Reihe. Die anderen Industriemetalle würden Preiszuwächse zwischen 19% und 25% aufweisen.

China sei im Juli Daten der Zollbehörde zufolge bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr Netto-Exporteur von Zinn gewesen. Die ausgeführte Menge sei allerdings relativ klein gewesen. Sollte sich daraus dennoch ein Trend entwickeln, könnte China zukünftig zum Anbieter von Zinn auf dem Weltmarkt werden. Zuletzt hätten auch die indonesischen Zinnexporte wieder merklich Fahrt aufgenommen. (05.09.2017/fc/a/m)