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Industriemetalle: Überraschend niedrige indonesische Zinnexporte im Juni


06.07.17 16:15
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Zinnpreis stieg gestern zeitweise über die Marke von 20.000 USD je Tonne, gab am Nachmittag im Einklang mit den anderen Industriemetallen aber wieder nach, so die Analysten der Commerzbank.

Das indonesische Handelsministerium habe von überraschend niedrigen Zinnexporten berichtet. Demnach habe Indonesien im letzten Monat nur 4 Tsd. Tonnen Zinn ausgeführt. Dies seien nur gut die Hälfte der Vorjahresmenge und das geringste Exportvolumen seit elf Monaten gewesen. Im ersten Halbjahr hätten die Zinnexporte mit 35,4 Tsd. Tonnen aber knapp 20% über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum gelegen. Dies sei jedoch normalerweise nicht genug, den globalen Zinnmarkt ausreichend zu versorgen. Sowohl das International Tin Research Institute als auch der Verband der chinesischen Nichteisenindustrie würden daher in diesem Jahr Angebotsdefizite von 10 Tsd. bzw. 12 Tsd. Tonnen erwarten.

Die nach wie vor fallenden Zinnvorräte in den LME-Lagerhäusern würden auf eine robuste Nachfrage nach Zinn hindeuten. Die Lage könnte sich aber etwas entspannen, denn vor kurzem habe Yunnan Tin Co., der größte chinesische Zinnproduzent, von der Regierung die Genehmigung von höheren Zinnexporten erhalten. Voraussetzung hierfür sei, dass das Unternehmen Zinnkonzentrat importiere und als verarbeitetes Metall anschließend wieder exportiere (sog. processing trade). Dies dürfte in den nächsten Monaten zu höheren chinesischen Zinnexporten beitragen. Diese seien bereits seit März schon deutlich gestiegen. Große Preissprünge von Zinn würden die Analysten deshalb vorerst nicht sehen. (06.07.2017/fc/a/m)