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Industriemetalle: Starke Weltindustrieproduktion stützt die Preise


10.10.17 10:59
DekaBank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Mit Ausnahme des ölpreisbedingten Anstieges bei den Energierohstoffen gaben die Preise bei vielen anderen Rohstoffen zuletzt in der Tendenz eher nach, so die Analysten der DekaBank.

Auch wenn die Industriemetalle im Monatsvergleich nicht ganz oben auf dem Treppchen gelandet seien, zeige sich doch hier seit Jahresanfang die stabilste Bewegung unter den Rohstoffuntergruppen. Kein Wunder, denn der synchrone globale Aufschwung stärke die Industrieproduktion. In den Sommermonaten habe die Weltindustrieproduktion die 4%-Marke (im Vergleich zum Vorjahresquartal) überschritten und damit so stark wie seit 2011 nicht mehr expandiert.

Aber auch angebotsseitig würden sich Argumente für die Nachhaltigkeit der leichten Aufwärtstendenz bei den Industriemetallpreisen finden lassen. Die enorme Investitionslücke, die in den Jahren stark sinkender Rohstoffpreise bis 2015 entstanden sei, mache sich zunehmend bemerkbar, insbesondere in Bereichen mit langen Investitionszyklen, wie bei der klassischen Industrieminenproduktion. Im Endeffekt finde bei einigen Industriemetallen ein Abbau der Lagerbestände statt.

Die stärkeren Industriemetallpreisanstiege über die Sommermonate hinweg seien jedoch auch durch spekulative Positionen verstärkt worden. Daher seien zwischenzeitliche Rücksetzer natürlich jederzeit möglich. Die Industriemetalle dürften aber im Prognosezeitraum eher zu den sich relativ besser entwickelnden Rohstoffgruppen gehören. Alles in allem halten die Analysten der DekaBank an der Prognose einer volatilen Seitwärtsbewegung der Rohstoffpreise fest.

Die Entwicklung der Rohstoffpreise werde langfristig vom Zusammenspiel zwischen physischem Angebot und Nachfrage bestimmt. Bis vor ein paar Jahren seien die Rohstoffmärkte stark durch die steigende Rohstoffnachfrage in den Schwellenländern aufgrund des wirtschaftlichen Aufholprozesses dominiert worden. Die bis zur Finanzkrise deutlich gestiegenen Preise hätten damals eine Investitionswelle im Rohstoffsektor losgetreten. In dieser Zeit seien die Produktionskapazitäten bei vielen Rohstoffen sogar so spürbar ausgeweitet worden, dass nicht nur die steigende Nachfrage problemlos habe bedient werden können, sondern zunehmend Überkapazitäten bei der Rohstoffproduktion entstanden seien. Die Folge sei ein über mehrere Jahre herrschender Abwärtstrend der Rohstoffpreise gewesen, der seit 2016 beendet sei. Das niedrige Preisniveau habe bewirkt, dass die Investitionstätigkeit abgebremst worden sei.

In Verbindung mit der anhaltenden Zunahme der globalen Rohstoffnachfrage dürften die Rohstoffpreise also mittelfristig wieder steigen. Die Anlageklasse Rohstoffe eigne sich als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio. Allerdings müsse beachtet werden, dass bei Investitionen in Rohstoffe starke Preisschwankungen auftreten könnten. (Ausgabe Oktober/November 2017) (10.10.2017/fc/a/m)