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Industriemetalle: ILZSG erwartet 2017 hohes Angebotsdefizit bei Blei, deutlich geringeres Defizit 2018


03.11.17 15:58
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - An den Metallmärkten hat sich die Feierlaune im Laufe der LME-Woche recht gut gehalten, so die Analysten der Commerzbank.

Der auf hohem Niveau verharrende Einkaufsmanagerindex in China habe die Stimmung gestützt, Anlass zur Euphorie, die zu neuen Höchststände hätte führen können, habe er aber auch nicht gegeben. Nach Chinas Volkskongress fehle es nun an richtungsweisenden Impulsen und alte Probleme würden wieder in den Fokus rücken. Vor allem Chinas Immobilienmarkt mache den Analysten weiterhin Sorge, denn er sei der größte Anwendungsbereich für Kupfer.

Den größten Rücksetzer gestern aber habe der Bleipreis gemacht, der immerhin knapp 1,5% nachgegeben habe. Ohnehin weise Blei mit einem Preisanstieg von "nur" 22% seit Jahresbeginn die zweitschlechteste Performance im Industriemetallsektor auf. Zwar habe die International Lead and Zinc Study Group zu Wochenbeginn auch für den Bleimarkt eine deutlich korrigierte Prognose präsentiert und statt eines ausgeglichenen Marktes ein Angebotsdefizit von 125 Tsd. Tonnen für das laufende Jahr in Aussicht gestellt. Dafür sei vor allem eine überraschend starke Nachfrage Chinas verantwortlich, wo zwar der Bedarf für E-Bikes nach dem verstärkten Einsatz von Lithium-Ionen Batterien stocke, aber der Bedarf für dreirädrige E-Trikes stark gestiegen sei. Dafür dürfte sich aber die Lage im nächsten Jahr deutlich entspannen.

Nach einem Wachstum der globalen Nachfrage nach raffiniertem Blei von 5% in diesem Jahr solle der Bedarf im kommenden Jahr nämlich nur noch knapp 1% zulegen. Auch dank einer steigenden Produktion in China dürfte sich so der Nachfrageüberhang am Markt für raffiniertes Blei 2018 auf 45 Tsd. Tonnen reduzieren. (03.11.2017/fc/a/m)