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Industriemetalle: Deutlich überversorgter seewärtiger Eisenerzmarkt spricht für niedrigere Preise


11.07.17 16:29
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - In Australien hat das Ministerium für Industrie, Innovation und Wissenschaft Ende letzter Woche seinen neuen Quartalsbericht zu Rohstoffen und Energie veröffentlicht, so die Analysten der Commerzbank.

Für den Eisenerzmarkt habe es dabei ein eher düsteres Bild gezeichnet. Das Ministerium sehe den Eisenerzpreis im Verlauf des nächsten Jahres unter 50 USD je Tonne rutschen, da das Angebot weiter ausgeweitet werde und die Nachfragedynamik in China nachlasse. So solle demnach Australien dieses und nächstes Jahr 851 Mio. bzw. 885 Mio. Tonnen Eisenerz exportieren. Letztes Jahr seien es 808 Mio. Tonnen gewesen.

Auch für Brasilien unterstelle das australische Ministerium hohe Steigerungsraten. Die Ausfuhren sollten von 364 Mio. Tonnen im letzten Jahr auf 382 Mio. (2017) und weiter auf 408 Mio. Tonnen (2018) steigen. Zwar seien damit für Australien die bisherigen Schätzungen nach unten revidiert worden, dies sei aber nicht weiter ins Gewicht gefallen, da vor allem die chinesische Nachfrage ebenfalls nach unten angepasst worden sei. Demnach dürfte China in diesem Jahr 1,04 Mrd. Tonnen Eisenerz importieren und damit nur marginal mehr als im letzten Jahr. 2018 sollten sich die Importe auf 1,05 Mrd. Tonnen belaufen.

Die Analysten hätten in den letzten Monaten mehrfach darauf hingewiesen, dass der seewärtige Eisenerzmarkt überversorgt sei und den Eisenerzpreis in einer Spanne zwischen 50 und 60 USD je Tonne notieren sehen. Die Erholungsbewegung der letzten beiden Wochen nach dem starken Preisrückgang zuvor sollte nach Erachten der Analysten nicht von Dauer sein. (11.07.2017/fc/a/m)