Goldpreis dürfte moderat fallen


12.09.17 16:06
DekaBank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Am Goldmarkt scheinen die zunehmenden Spannungen zwischen Nordkorea und den USA langsam aber sicher ihre Spuren zu hinterlassen, so die Analysten der DekaBank.

Zwar würden die Kapitalmarktteilnehmer die Situation insgesamt weiterhin mit einer großen Gelassenheit hinnehmen, doch die deutlichen Zuflüsse in physisch gedeckte Gold-ETFs würden darauf schließen lassen, dass die Nachfrage nach sicheren Häfen durchaus steige. Noch eindeutiger habe sich die Entwicklung an den Terminmärkten gezeigt. Dort hätten Spekulanten innerhalb kürzester Zeit deutliche Netto-Long-Positionen aufgebaut.

Eine gewisse Unsicherheit spiegele sich aber nicht nur im Goldpreis wider, sondern auch in den weiter fallenden Renditen von US-Staatsanleihen. Solange diese Entwicklung andauere, dürfte auch der Goldpreis weiter profitieren. Mittelfristig würden die Analysten allerdings einen leichten Rückgang des Goldpreises erwarten, zumal sich an ihrer Grundannahme eines moderat steigenden Zinsniveaus, insbesondere in den USA, nichts geändert habe.

Gold gelte weltweit als Krisenwährung. Entsprechend steige der Goldpreis in Krisenzeiten in der Regel stark an. Üblicherweise sinke er wieder, wenn eine Krise abflaue. Die Finanzmarktkrise und die Staatsschuldenkrise in Europa seien am Goldmarkt abgehakt. Nun stünden neue Themen an. Zum einen sei dies die von den USA ausgehende Zinswende. Sie führe dazu, dass auch im Rest der Welt die Zinsen allmählich wieder zu steigen beginnen würden. Die Renditen würden zwar nur langsam nach oben gehen, denn das Tempo der Zinsanhebungen in den USA sei sehr zögerlich.

Außerdem würden andere große Notenbanken wie die EZB mit dem Ausstieg aus der ultra-lockeren Geldpolitik extrem vorsichtig sein. Doch auch mit leicht steigenden Zinsen würden die Opportunitätskosten der Goldhaltung steigen, Gold werde also in Relation zu anderen Anlageklassen unattraktiver. Zum anderen hätten die Industrieländer die Deflationssorgen hinter sich gelassen, und die Märkte und Analysten würden sich zunehmend mit dem Thema Inflation beschäftigen. Zugleich steige jedoch insbesondere wegen des Nordkorea-Konflikts die politische Unsicherheit. Am Ende werde man am Goldmarkt all diese Effekte gegeneinander abwägen.

Aus Sicht der Analysten erscheine es am wahrscheinlichsten, dass der Goldpreis (in US-Dollar notiert) moderat fallen werde. Auf lange Sicht würden die Analysten dem Goldpreis nicht viel mehr als einen Inflationsausgleich zutrauen. (Ausgabe September/Oktober 2017) (12.09.2017/fc/a/m)






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