Gold: Wie gewonnen, so zerronnen


10.10.17 13:04
DekaBank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Wie gewonnen, so zerronnen: Der spürbare Anstieg des Goldpreises in der zweiten Augusthälfte wurde inzwischen wieder fast komplett aufgezehrt, so die Analysten der DekaBank.

An die Verunsicherung durch den Nordkorea-Konflikt hätten sich die Goldmarktteilnehmer offenbar schnell gewöhnt. Der Konflikt um die Unabhängigkeit Kataloniens oder die holprigen Brexit-Verhandlungen seien zu regional, um den globalen Goldmarkt zu bewegen. Zuletzt hätten die Goldspekulanten daher ihre Wetten auf steigende Preise von hohem Niveau aus reduziert. Die physisch hinterlegten Gold-ETFs hätten zwar den kompletten August und September Zuflüsse verzeichnet. Doch der Abwärtsdruck auf den Goldpreis seitens des stärkeren US-Dollar und der steigenden US-Renditen sei stärker gewesen. In den kommenden Quartalen dürfte die Weiterführung des Ausstiegs aus der ultra-lockeren Notenbankpolitik ein Belastungstest für die Finanzmärkte, und damit auch für Gold, werden.

Gold gelte weltweit als Krisenwährung. Entsprechend steige der Goldpreis in Krisenzeiten in der Regel stark an. Üblicherweise sinke er wieder, wenn eine Krise abflaue. Die Finanzmarktkrise und die Staatsschuldenkrise in Europa seien am Goldmarkt abgehakt. Nun stünden neue Themen an. Zum einen sei dies die von den USA ausgehende Zinswende. Sie führe dazu, dass auch im Rest der Welt die Zinsen allmählich wieder zu steigen beginnen würden. Die Renditen würden zwar nur langsam nach oben gehen, denn das Tempo der Zinsanhebungen in den USA sei sehr zögerlich. Außerdem seien andere große Notenbanken wie die EZB mit dem Ausstieg aus der ultra-lockeren Geldpolitik extrem vorsichtig. Doch auch mit leicht steigenden Zinsen würden die Opportunitätskosten der Goldhaltung steigen, Gold werde also in Relation zu anderen Anlageklassen unattraktiver.

Zum anderen hätten die Industrieländer die Deflationssorgen hinter sich gelassen, und die Märkte und Analysten würden sich zunehmend mit dem Thema Inflation beschäftigen. Zugleich steige jedoch insbesondere wegen des Nordkorea-Konflikts die politische Unsicherheit. Am Ende werde man am Goldmarkt all diese Effekte gegeneinander abwägen. Aus Sicht der Analysten der DekaBank erscheint es am wahrscheinlichsten, dass der Goldpreis (in US-Dollar notiert) moderat fallen wird. Auf lange Sicht würden die Analysten dem Goldpreis nicht viel mehr als einen Inflationsausgleich zutrauen. (Ausgabe Oktober/November 2017) (10.10.2017/fc/a/m)




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