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Geopolitische Spannungen überlagern Fundamentaldaten am Ölmarkt


06.11.17 15:04
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Brentölpreis steigt am Morgen auf ein neues 2¼-Jahreshoch von 63 USD je Barrel, ebenso WTI auf 56 USD je Barrel, so die Analysten der Commerzbank.

Fundamentaldaten zum Ölmarkt würden derzeit von Nachrichten rund um Saudi-Arabien in den Schatten gestellt. Die Analysten der Commerzbank hätten wiederholt betont, dass die größte "Gefahr" für ihre konservative Preisprognose eine Destabilisierung der Situation in Saudi-Arabien sei. Zumindest sei die Wahscheinlichkeit einen solchen Szenarios am Wochenende gestiegen, nachdem in Saudi-Arabien elf Prinzen, vier Minister und Dutzende ehemalige Minister verhaftet worden seien. Berücksichtige man darüber hinaus die Meldungen über eine (weitere) in der Nähe von Riad abgefangene ballistische Rakete aus dem Jemen, den Absturz eines Helikopters in Saudi-Arabien mit einigen Regierungsvertretern an Bord, und den völlig unerwarteten Rücktritt des von Saudi-Arabien unterstützten Ministerpräsidenten des Libanon, würden die Spannungen im Nahen Osten förmlich sichtbar.

Die Analysten der Commerzbank seien weiterhin davon überzeugt, dass die Fundamentaldaten einen deutlich niedrigeren Ölpreis rechfertigen würden. Denn allein die Fortsetzung der Angebotskürzungen seitens der OPEC dürfte nicht ausreichen, den Ölmarkt längerfristig von den Überschüssen zu bereinigen. Außerdem würden sie trotz eines überraschend deutlichen Rückgangs der Bohraktivität in der letzten Woche mit einer Beschleunigung der US-Schieferölproduktion in den nächsten Monaten dank der hohen Preise rechnen. Solange die geopolitischen Nachrichten dominieren würden, sei eine allein auf Fundamentaldaten basierende Preisprognose aber nicht sonderlich sinnvoll. (06.11.2017/fc/a/m)