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Der Euro glänzt im Juni


11.07.17 15:48
DekaBank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Euro hat sich in den vergangenen Wochen von seiner starken Seite gezeigt, so die Analysten der DekaBank.

Dies bringe der nominale effektive Euro-Wechselkurs zum Ausdruck. In ihm würden die Austauschverhältnisse zwischen dem Euro und den Währungen der 19 wichtigsten Handelspartner der Europäischen Währungsunion zusammengefasst. Die Schwergewichte seien die Währungen der Länder: China, USA, UK, Japan, Schweiz und Polen. Sie hätten bereits einen Anteil von 70% am effektiven Euro-Wechselkurs.

Es habe zunächst im Juni nach einer müden Seitwärtsbewegung für den Euro ausgesehen. Am 27. Juni habe die Währung dann aber einen spürbaren Aufwertungsimpuls bekommen. Dieser sei eine Rede von EZB-Präsident Mario Draghi gewesen, der sich positiv über den Zustand der Wirtschaft im Euroraum geäußert habe.

Darüber hinaus habe er den Rückgang der Inflationsrate in den vergangenen Monaten auf temporäre Einflüsse zurückgeführt. Mit der Rede des EZB-Präsidenten seien die Erwartungen über eine baldige Ankündigung der EZB zur Reduzierung der Anleihekäufe deutlich angestiegen.

Der nominale effektive Euro-Wechselkurs habe auf die Draghi-Rede mit einer Aufwertung um rund 1% bis Ende Juni reagiert. Die Bewegung unter den Schwergewichten im effektiven Wechselkurs sei allerdings nicht einheitlich gewesen. Am stärksten habe der Euro gegenüber dem Japanischen Yen (+2,4%) zulegen können, gefolgt von der chinesischen Währung mit einem Plus von 2,0% und dem US-Dollar (+1,8%). Die Euro-Aufwertung gegenüber dem Polnischen Zloty und dem Schweizer Franken sei mit 1,0% nur durchschnittlich gewesen. Am schwächsten habe der Euro gegenüber dem Britischen Pfund reagiert. Der EUR/GBP-Wechselkurs habe stagniert.

Auch wenn die EZB in den nächsten Monaten ihren Ausstieg aus der extrem lockeren Geldpolitik konkretisiere, dürfte dieser nur behutsam und über einen langgestreckten Zeitraum erfolgen. Die Analysten würden mit dem Ende des Anleiheankaufprogramms in der zweiten Jahreshälfte 2018 und einer Erhöhung des Hauptrefinanzierungssatzes im Herbst 2020 rechnen. Damit bleibe die EZB auch mittelfristig eine nachhaltige Belastung für den Euro. (Ausgabe Juli/August 2017) (11.07.2017/fc/a/m)