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Entgiftung an den Finanzmärkten!


12.10.17 17:08
Financière de l´Echiquier

Paris (www.fondscheck.de) - "Die Finanzkrise dehnt sich auf die Realwirtschaft aus, Vermögenswerte werden zu Schleuderpreisen verkauft, die Befindlichkeiten sind extrem negativ: die Kaufgelegenheiten sind unbegrenzt!". Jetzt sagen Sie mir vielleicht, dass es nach neun Jahren, in denen es aufwärts ging, einfach ist, diese sehr optimistischen Zeilen unseres Vorworts vom November 2008 aufzugreifen, schreibt Didier Le Menestrel, CEO des französischen Vermögensverwalters La Financière de l’Echiquier (LFDE), in seinem aktuellen Anlegerbrief.

Einfach, keine Frage, denn die Prophezeiung sei schließlich Realität geworden... und man könnte heute versucht sein zu vergessen, wie lang und mühevoll dieser Weg gewesen sei.

Seitdem die Zentralbanken unkonventionelle Maßnahmen ergriffen und die Wirtschaft an den Tropf gehängt hätten, habe das Außergewöhnliche Einzug in den Alltag gehalten: Liquiditätsspritzen, das berühmte Quantitative Easing (QE), hätten ein in der Wirtschaftsgeschichte erstmals eingesetztes Schockmittel dargestellt. Insgesamt 4.500 Milliarden Dollar seien von der US-Notenbank in Umlauf gebracht worden, um das Wachstum anzukurbeln, ohne dass es jedoch gelungen sei, die Inflation zu beleben. Dieses massive Anleihenkaufprogramm, das für die einen eine rettende Maßnahme und für die anderen ein mephistophelisches Unterfangen gewesen sei, werde nach acht Jahren, in denen es gute und treue Dienste geleistet habe, eingestellt. Eine Seite der geldpolitischen Geschichte werde umgeblättert.

Seit dieser Ankündigung sei es an den Märkten ruhig geblieben und nichts scheine die Ruhe trüben zu können. Weder die zerstörerischen Hurrikane noch die kriegerischen Wortgefechte zwischen Donald Trump und Kim Jong-Un hätten ihr Vertrauen in die Zukunft erschüttern können: Der S&P 500 habe Mitte September erstmals in seiner Geschichte über einem Stand von 2.500 geschlossen und der CAC 40 sei stetig gestiegen und notiere im Juli nahe seiner Höchststände von Ende 2007.

Wenn man objektiv sei, stelle man fest, dass der Kurswechsel irreversibel sei und es die unbegrenzten Kaufgelegenheiten nicht mehr geben werde. Man trete nun in eine neue Marktphase mit neuen Eckpunkten ein: großzügige Bewertungen, moderate Wachstumsraten sowie Zinsen, bei denen es nur noch aufwärts gehe, würden ein insgesamt deutlich weniger günstiges Umfeld als in den letzten zehn Jahren zeichnen. Die auf uns zukommende Entgiftungskur ist notwendig und wird heikle Momente bereithalten, dabei jedoch nicht zum Synonym für eine Börsenkatastrophe werden, so die Experten von Financière de l'Echiquier. Die von einer Anlage an der Börse zu erwartende Performance werde sich weiterhin nach den Zinssätzen richten, die in den Industrieländern niedrig bleiben würden.

Es gebe aber auch eine gute Seite daran: Die aktiven Strategien seien zurück! Seit 2008 hätten die Aktienkurse weniger auf der Fundamentalanalyse der Unternehmen als vielmehr auf konjunkturellen Unwägbarkeiten und der akkommodierenden Geldpolitik der Zentralbanken beruht. Die Volatilität habe zu einem Ausverkauf bei den großen Anlageklassen geführt und der passiven Verwaltung zum Aufschwung verholfen. Die Experten seien ihren Überzeugungen als Anleger in Unternehmen (Stock-Picker) treu geblieben, und aktuell würden sämtliche der Fonds der Experten ihren Referenzindex übertreffen. Diese Wertentwicklungen seien mit dem Einzug von La Financière de l‘Echiquier in die angesehene Rangliste Alpha League Table honoriert worden und hätten dem Unternehmen die Silbermedaille "Corbeille d‘Argent" der angesehenen französischen Finanzzeitschrift "Mieux Vivre Votre Argent" eingebracht, mit der die besten Vermögensverwaltungsgesellschaften des Jahres ausgezeichnet würden.

Mit ihrem stets auf die langfristige Entwicklung gerichteten Blick seien die Experten weiterhin davon überzeugt, dass positive Wechselwirkungen dann entstünden, wenn Sparguthaben in Unternehmen angelegt würden. Es gebe stets hervorragende Opportunitäten, in die die Anleger ihr Kapital anlegen könnten: Die Rückkehr der Freiheit bei Anlagen werde das ideale Terrain sein, um ihr Sparguthaben erneut so aufblühen zu lassen, wie es ihm gebühre. (12.10.2017/fc/a/m)