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Energiemarkt: Spekulative Überhitzung bei WTI nach massivem Rückgang der Netto-Long-Positionen vorbei


04.09.17 16:07
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Preisrückgang bei WTI war zuletzt nicht nur fundamental bedingt durch eine geringere Nachfrage seitens der US-Raffinerien, sondern auch stark spekulativ getrieben, so die Analysten der Commerzbank.

Die CFTC-Statistik zeige, dass die Großanleger in der Woche zum 29.08. ihre Netto-Long-Positionen bei WTI an der NYMEX um 45% auf unter 140 Tsd. Kontrakte reduziert und zum Preisrückgang und zur Ausweitung der Preisdifferenz von WTI zu Brent beigetragen hätten. Die preisbelastenden Faktoren scheinen jedoch aktuell in den Preisen bereits eskomptiert zu sein, weshalb die Nachricht über eine Freigabe von 4,5 Mio. Barrel aus der Strategischen Ölreserve der USA die Preise nicht mehr nachhaltig belastet hat, so die Analysten der Commerzbank. Sollten also die Raffinerien ihren Betrieb nun schneller als erwartet wieder aufnehmen, worauf einige Meldungen hindeuten würden, dürfte dies die Benzinpreise weiter unter Druck bringen und zugleich dem WTI-Preis Auftrieb geben. Noch bleibe allerdings knapp ein Fünftel der US-Raffineriekapazitäten geschlossen, weshalb eine Rückkehr zur Normalität noch einige Wochen dauern dürfte.

Die Bloomberg-Umfrage für August habe zwar für Libyen eine deutlich höhere und für Nigeria eine deutlich niedrigere Ölproduktion ausgewiesen, habe ansonsten aber im Wesentlichen die Reuters-Zahlen bestätigt. Mit über 32,8 Mio. Barrel täglich bleibe also die OPEC-Produktion weiter über dem von der IEA geschätzten Bedarf an OPEC-Öl. Vor allem sehe man bei der Umfrage, dass die Umsetzung der Kürzungen innerhalb der OPEC uneinheitlich bleiben würden und eine relativ starke Förderdisziplin nur dank der Anstrengungen der Golfstaaten erzielt werde. (04.09.2017/fc/a/m)