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Energie: Saudi-Arabien will Öllieferungen weiter kürzen


08.08.17 15:36
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Ölpreise legen am Morgen zu, so die Analysten der Commerzbank.

Brent steige auf 52,5 USD je Barrel, WTI auf 49,7 USD je Barrel. Sie würden von der Ankündigung Saudi-Arabiens profitieren, seine Öllieferungen an alle Abnehmer im September um mindestens 520 Tsd. Barrel pro Tag zu reduzieren. Die Lieferungen nach Asien sollten dabei um bis zu 10% niedriger ausfallen. Diese Ankündigung sei insofern bemerkenswert, da die heimische Nachfrage im September zurückgehe, sodass bei unveränderter Produktion mehr Rohöl für den Export zur Verfügung stehe.

Saudi-Arabien versuche derzeit offensichtlich mit allen Mitteln, die Ölpreise auf einem einträglichen Niveau zu halten. Vor zwei Wochen habe Energieminister al-Falih verlauten lassen, dass die Ölexporte im August auf 6,6 Mio. Barrel pro Tag fallen würden und habe damit für einen kräftigen Ölpreisanstieg gesorgt. Es sei allerdings nicht klar, auf was für eine Referenz sich die besagte Kürzung im September beziehe. Eine Kürzung vom August-Niveau würde die Exporte auf 6,1 Mio. Barrel pro Tag fallen lassen, was nach Erachten der Analysten unrealistisch erscheine.

China habe bereits im Juli deutlich weniger Rohöl importiert. Laut Zollbehörde hätten sich die Einfuhren auf 8,18 Mio. Barrel pro Tag belaufen. Das seien 7% weniger als im Vormonat und das niedrigste Volumen seit Januar gewesen. Offensichtlich hätten die Raffinerien in den letzten Monaten über Bedarf importiert und würden nun ihre Bestände abbauen. Ein Signal für die Wirksamkeit der OPEC-Kürzungen lasse sich daraus nicht ablesen, da die OPEC-Exporte im Juli laut Datenanbieter Kpler auf das höchste Niveau in diesem Jahr und laut Reuters auf das höchste Niveau seit mindestens Anfang 2015 gestiegen seien. (08.08.2017/fc/a/m)