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Energie: Saudi-Arabien verkauft höheres Ölangebot als Kürzung


10.10.17 13:51
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Ölpreise erholen sich weiter von ihren gestern verzeichneten Tiefständen, so die Analysten der Commerzbank.

Brent steige am Morgen auf 56 USD je Barrel und notiere damit einen Dollar über dem gestrigen Tiefstand. WTI verteuere sich auf knapp 50 USD je Barrel. Auftrieb hätten die Preise von der Meldung erhalten, wonach Saudi-Arabien seine Öllieferungen an Kunden im November um 560 Tsd. auf 7,15 Mio. Barrel pro Tag reduzieren würde. Als Referenzgröße würden dabei die von Kunden nachgefragten Mengen, nicht die bisherigen Lieferungen dienen. Ziehe man die Exporte von September zurate, würde das Angebot um 450 bis 500 Tsd. Barrel pro Tag steigen. Natürlich klinge eine Kürzung um 560 Tsd. Barrel pro Tag besser als eine Ausweitung um 450 bis 500 Tsd. Barrel pro Tag. Es sei also alles eine Frage der Perspektive oder des Marketing.

In dieser Richtung sei gestern auch OPEC-Generalsekretär Barkindo aktiv gewesen. Zunächst habe er noch mit der aus Sicht der Analysten realistischen Aussage überrascht, dass "außergewöhnliche Maßnahmen" notwendig seien, damit sich die Markterholung auch im nächsten Jahr fortsetze. Normalerweise sei Barkindo dafür bekannt, die Situation am Ölmarkt besser darzustellen als sie eigentlich sei. Derartige Äußerungen hätten dann auch nicht lange auf sich warten lassen. Barkindo habe davon gesprochen, dass sich der Markt unterstützt durch eine robuste Nachfrage und eine weniger stark steigende Schieferölproduktion in schnellem Tempo Richtung Gleichgewicht bewege. Dass er gleichzeitig die US-Schieferölproduzenten dazu aufgefordert habe, ihren Beitrag zur Angebotsbegrenzung zu leisten, passe allerdings nicht so recht in das optimistische Bild. (10.10.2017/fc/a/m)