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Energie: Saudi-Arabien erhöht Verkaufspreise deutlich


03.11.17 15:33
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Brentöl handelt mit knapp 61 USD je Barrel ca. 1 USD unter dem 2,25-Jahreshoch von Mittwoch, so die Analysten der Commerzbank.

Derzeit sei kein Störfeuer für Optimisten auszumachen: Die US-Ölvorräte würden fallen und Vertreter der Länder, die sich zu Produktionskürzungen verpflichtet hätten, würden nicht müde, den Markt in seiner Erwartung einer Verlängerung des Abkommens zu bestätigen. Gestern hätten dies der russische Energieminister Nowak und der irakische Ölminister al-Luaibi getan. Derweil werde das gute Marktumfeld genutzt, die eigenen Preise anzuheben. So habe Saudi-Aramco seine offiziellen Verkaufspreise (OSP) für Dezember teilweise spürbar erhöht. In Asien sei der höchste Aufschlag für Arab Light gegenüber der Benchmark Platts Oman/Dubai seit September 2014 zu zahlen, als der Preiskampf begonnen habe.

In den USA sei der Aufschlag hingegen kaum gestiegen, was sich wohl damit erkläre, dass Saudi-Arabien im Verlauf dieses Jahres bereits deutlich Marktanteile verloren habe. Im letzten Jahr habe die USA noch täglich im Durchschnitt knapp 1,1 Mio. Barrel saudisches Öl importiert, im Oktober sei es nicht einmal mehr die Hälfte gewesen. Es dürfte im Interesse Saudi-Arabiens gewesen sein, damit (indirekt) zum schnellen Lagerabbau in den USA beizutragen.

Anderen Länder helfe dagegen das verbesserte Preisumfeld kaum: So habe Venezuelas Präsident Maduro eine Neuordnung der Auslandsschulden angekündigt. Venezuelas Ölproduktion habe im Oktober mit 1,93 Mio. Barrel pro Tag bereits 40,000 Barrel pro Tag niedriger als laut Kürzungsabkommen erforderlich gelegen. Dies sei kaum freiwillig passiert, sondern dürfte dem desolaten Zustand der Wirtschaft und mangelnden Investitionen in der Ölindustrie geschuldet sein. (03.11.2017/fc/a/m)