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Energie: Produktionsobergrenzen für Libyen und Nigeria?


11.07.17 16:01
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Brentölpreis steigt am Morgen leicht auf 47 USD je Barrel und handelt damit ca. 1 USD über dem gestrigen Tagestief, so die Analysten der Commerzbank.

Der weitere Umgang mit Libyen und Nigeria scheine mittlerweile ganz oben auf der Agenda der OPEC zu stehen. Beide Länder seien von den Produktionskürzungen ausgenommen und hätten ihre Ölproduktion in den letzten drei Monaten deutlich erhöht. Trotz einer weiterhin hohen Einhaltung der Produktionskürzungen in den anderen Ländern sei die OPEC-Produktion daraufhin auf das höchste Niveau seit dem Inkrafttreten des Kürzungsbeschlusses gestiegen, was den jüngsten Preisrutsch deutlich unter 50 USD je Barrel mit ausgelöst habe.

Die OPEC habe Vertreter Libyens und Nigerias zum Treffen des Gemeinsamen Überwachungskomittees (JMMC) der an den Kürzungen beteiligten OPEC- und Nicht-OPEC-Länder am 24. Juli in Russland eingeladen. Dort dürfte die Einführung von Produktionsobergrenzen für Libyen und Nigeria diskutiert werden. Nigeria scheine dem offen gegenüberzustehen, schließlich produziere das westafrikanische Land bereits wieder nahe dem Normalniveau von gut 2 Mio. Barrel pro Tag.

Bei Libyen scheine dagegen noch Überzeugungsarbeit notwendig zu sein. Der Chef der staatlichen libyschen Ölgesellschaft NOC, Sanalla, führe politische, humanitäre und wirtschaftliche Probleme an, die bei der Entscheidung mit einfließen müssten. Derartige Probleme gebe es aber auch in einigen Ländern, die Teil der Kürzungsvereinbarung seien. Mit gut 1 Mio. Barrel pro Tag produziere Libyen inzwischen soviel Öl wie zuletzt vor vier Jahren und nur noch knapp unter dem von der NOC ausgegebenen Produktionsziel. (11.07.2017/fc/a/m)