Erweiterte Funktionen

Energie: Preisdifferenz zwischen Brent und WTI hat sich wieder deutlich ausgeweitet


11.09.17 14:29
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Am Freitag ist der WTI-Ölpreis um über 1,5 USD bzw. 3% auf unter 47,5 USD je Barrel gefallen, so die Analysten der Commerzbank.

Dabei habe sich die Preisdifferenz zu Brent erneut auf über 6 USD bzw. 12% ausgeweitet. Man könne die Ausweitung teilweise durch die geringere Nachfrage nach US-Rohöl in den nächsten Wochen erklären, denn einerseits würden einige Raffinerien an der US-Golfküste geschlossen bleiben, andererseits dürfte die Nachfrage auch durch die Verwüstung durch Hurrikan Irma in Florida leiden. Für die kommenden Tage würden die Analysten mit einer Einengung der Preisdifferenz rechnen, wobei sich der WTI-Ölpreis stabilisieren und der Brentölpreis, der nach Erachten der Analysten aktuell stark spekulativ überhitzt sei, in Richtung 50 USD je Barrel fallen sollte.

Der wichtigste Ölmann Russlands, CEO von Rosneft, Igor Setschin, teile offensichtlich nicht die Einschätzung des Energieministeriums, das im kommenden Jahr einen Ölpreis zwischen 45 und 55 USD erwarte, und rechne mit lediglich 40 bis 43 USD je Barrel. Darüber hinaus führe er die Stabilisierung der Ölpreise nicht auf das OPEC-Abkommen zurück, sondern vor allem auf den schwachen US-Dollar. Die Analysten würden diese Meinung nicht teilen, schon aufgrund der Tatsache, dass der Brentölpreis, der seit Jahresbeginn in USD fast unverändert notiere, in EUR gerechnet um über 15% gefallen sei. Doch der EUR-USD-Wechselkurs und die OPEC-Strategie würden zusammenhängen, weil für die OPEC-Länder der Euro in ihren Importen wichtiger sei als der US-Dollar, weshalb sie die Euro-Stärke mit Argwohn beobachten würden. Es bleibe abzuwarten, ob die Uneinigkeit zwischen Rosneft und dem Energieministerium einen Einfluss auf die Einhaltung des OPEC-Abkommens seitens Russlands haben werde. (11.09.2017/fc/a/m)