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Energie: OPEC-Produktionsdisziplin bröckelt


14.07.17 16:46
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Monatsbericht der Internationalen Energieagentur sorgte gestern zunächst für Abgabedruck, so die Analysten der Commerzbank.

Der Brentölpreis sei bis auf 47,2 USD je Barrel gefallen, WTI auf 45 USD je Barrel. Später im Handelsverlauf hätten sich die Preise wieder erholt und seien gut einen USD höher aus dem Handel gegangen. Heute Morgen notiere Brent wenig verändert bei 48,5 USD, WTI bei gut 46 USD. Der IEA-Bericht habe mit einigen gegensätzlichen Aussagen überrascht. Der Rückgang der Disziplin der OPEC-Länder bei der Einhaltung der Produktionskürzungen im Juni auf nur noch 78% habe für Ernüchterung gesorgt. Hauptverantwortlich dafür sei Saudi-Arabien gewesen, das seine Produktion auf mehr als 10 Mio. Barrel pro Tag erhöht und damit die von ihm zugesagte Produktionsmenge exakt erreicht habe. Dadurch werde die schwächere Umsetzung bei anderen Ländern nun stärker sichtbar. Dies gelte insbesondere für den Irak, der im Juni lediglich 29% seiner Kürzungszusage erfüllt habe.

Auch Libyen und Nigeria hätten ihre Produktion weiter gesteigert. Die OPEC als Ganzes habe im Juni 32,6 Mio. Barrel pro Tag gefördert, was nur leicht unter dem von der IEA geschätzten Bedarf an OPEC-Öl für 2018 liege. Der Spielraum für eine Ausweitung der OPEC-Produktion nach dem Auslaufen der Kürzungen im nächsten Frühjahr sei also begrenzt. Auf der anderen Seite habe die IEA ihre Nachfrageschätzung für das zweite Quartal bei einem gleichzeitig geringeren Nicht-OPEC-Angebot erhöht. In der Folge habe der Ölmarkt im letzten Quartal ein beträchtliches Defizit aufgewiesen, was zu einem merklichen Rückgang der OECD-Lagerbestände im Mai geführt habe. Dieser dürfte sich bis zum Ende des Jahres fortsetzen, solange die OPEC ihre Produktion nicht deutlich weiter erhöhe. (14.07.2017/fc/a/m)