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Energie: Deutlich steigende Ölexporte der USA und der OPEC


05.10.17 15:09
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die OPEC hat im September laut Reuters 25,89 Mio. Barrel Rohöl täglich exportiert, so die Analysten der Commerzbank.

Damit hätten die Exporte 560 Tsd. Barrel täglich bzw. 2% höher als im Vormonat gelegen. Gegenüber dem Vorjahr seien die OPEC-Exporte sogar um 1,84 Mio. Barrel täglich bzw. 7,7% gestiegen. Die Analysten hätten den Exportrückgang in den Sommermonaten als vorübergehend erachtet, da er auf einen höheren Eigenbedarf zurückzuführen gewesen sei, was die jüngsten Zahlen nun bestätigen würden. Auch hätten die Analysten vermutet, dass die teilweise niedrigeren OPEC-Lieferungen in die USA dem Wunsch geschuldet seien, die öffentlichkeitswirksamen US-Lagerdaten niedriger ausfallen zu lassen, was den Ölpreis stützen sollte.

Gestern habe nicht einmal der unerwartet starke Abbau der US-Rohöllagerbestände - diese seien in der Vorwoche um 6 Mio. Barrel gefallen - den Ölpreis stützen können. Denn zugleich sei bekannt geworden, dass die Ölproduktion weiter gestiegen sei und die US-Rohölexporte mit rund 2 Mio. Barrel täglich einen neuen Rekord erreicht hätten.

Die gestrige Ankündigung Russlands, die gemeinsamen Produktionskürzungen mit der OPEC bis Ende 2018 verlängern zu wollen, sehe nicht mehr nach einem Zeichen der Stärke, sondern eher nach einem Verzweiflungsakt aus, weil die gewünschte Bereinigung des Ölmarktes von den Überschüssen bei weitem noch nicht erreicht sei. Und so müsse diese zunächst als kurzzeitig gedachte Maßnahme über eine sehr lange Zeit aufrecht erhalten bleiben. Die OPEC und Russland wollten weiterhin nicht einsehen, dass ihre Strategie einer künstlichen Verknappung zum Scheitern verurteilt sei und vor allem der US-Schieferölindustrie nutze, die ihre Produktion auf deren Kosten ausweite. (05.10.2017/fc/a/m)