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Energie: Ankündigung deutlich niedrigerer Öllieferungen Saudi-Arabiens lässt Ölpreise steigen


11.10.17 14:31
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - "Man kann einen Teil des Marktes die ganze Zeit täuschen und den ganzen Markt einen Teil der Zeit. Aber man kann nicht den gesamten Markt die ganze Zeit täuschen." Dieses leicht abgewandelte Zitat von Abraham Lincoln beschreibt die derzeitige Situation auf dem Ölmarkt treffend, so die Analysten der Commerzbank.

Die Marktteilnehmer hätten gestern die Ankündigung deutlich niedriger Öllieferungen Saudi-Arabiens vom Montag zum Anlass genommen, die Ölpreise spürbar nach oben zu treiben. Brent sei auf knapp 57 USD je Barrel gestiegen, WTI auf 51 USD je Barrel. Die Analysten hätten gestern verdeutlicht, dass sich diese Angebotskürzung auf eine nicht überprüfbare Referenzgröße beziehe und die saudi-arabischen Ölexporte im Vergleich zu den letzten Monaten sogar deutlich steigen würden.

Heute würden gut unterrichtete Kreise berichten, dass Saudi-Arabien im November weniger Öl nach China, Japan und Südkorea exportieren würde. Einige Abnehmer würden bis zu 10% weniger Öl erhalten. Überprüfen lassen würden sich diese Zahlen nicht, da sie sich kaum auf bisherige Lieferungen, sondern auf vorherige Absprachen beziehen dürften.

Japan habe laut Thomson Reuters in den ersten neun Monaten des Jahres 15% mehr Rohöl aus Saudi-Arabien bezogen als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, China 1% mehr. Saudi-Arabien habe seine offiziellen Verkaufspreise für Arab Light für asiatische Abnehmer im November auf das höchste Niveau seit 16 Monaten erhöht (+0,6 USD vs. Oman/Dubai), was die Nachfrage der asiatischen Kunden gedämpft haben dürfte. Andere Anbieter wie Russland, Iran oder Irak dürften in die Bresche springen. (11.10.2017/fc/a/m)