Edelmetalle mit einem starken Comeback


05.09.17 09:14
Stabilitas Fonds

Bad Salzuflen (www.fondscheck.de) - Die Edelmetalle haben im August ein starkes Comeback gefeiert und konnten nach einer dreimonatigen Seitwärtsbewegung ordentlich zulegen, so die Experten von Stabilitas Fonds.

Der Goldpreis habe mit einem Plus von vier Prozent und Schlusskurs von 1.321 US-Dollar pro Feinunze zum einen den Widerstand an der 1.300er Marke gebrochen und zum anderen ein neues Jahreshoch erreicht. Der kleine Bruder Silber habe sich erholen können und im August um 4,4 Prozent zugelegt. Sollte Silber in den kommenden Wochen eine relative Stärke zum Goldpreis aufbauen, wäre dies eine weitere Bestätigung für eine neue Edelmetallhausse. "Medial wird der Goldpreisanstieg mit dem neuesten Raketentest Nordkoreas begründet. Diese Argumentation steht jedoch auf sehr schwachen Beinen, da diese Krise schon seit einigen Monaten schwillt und der Goldpreis in der Zeit nicht angestiegen ist", so Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der Stabilitas GmbH. "Viel interessanter ist die schwache Entwicklung des US-Dollars und das schwindende Vertrauen der Anleger in die weltweit führende Geldwährung", so Siegel.

Der US-Dollar habe in den vergangenen fünf Wochen rund acht Prozent verloren und sei von einer Euro-Parität wieder weit entfernt. Wenn nach der katastrophalen Zentralbankpolitik der letzten Jahre das Vertrauen der Anleger in die Papierwährungen weiter schwinde, würden die Anleger in Sachwerte wie Immobilien, Aktien, Rohstoffe und Edelmetalle ausweichen. Eine weitere spannende Meldung im August sei der Abschluss der Goldrückholaktion der Bundesbank gewesen. Nun lagere die Hälfte der deutschen Goldreserven in Frankfurt, die andere Hälfte bleibe in New York und London. "Interessant wäre es zu wissen, inwieweit die Echtheit der zurückgeholten Barren und vor allem der in New York und London verbliebenen Barren garantiert ist, da es bis heute keine unabhängige Prüfung der Bestände gibt. In dieser Hinsicht sind wir auf die Angaben der Bundesbank angewiesen, die sich wiederum auf die Aussagen der Zentralbanken der USA und Großbritanniens verlässt", so Siegel.

Die Platin- und Palladiumkurse würden auch im August weiter nach oben steigen. Platin habe im vergangenen Monat um sechs Prozent zugelegt und nähere sich mit einem Schlusskurs von 997 USD pro Feinunze wieder der psychologisch wichtigen Marke von 1.000 USD an. Der Palladiumpreis schieße weiter durch die Decke. Das Industriemetall habe 5,6 Prozent gewonnen und den Monat mit einem neuen 16-Jahres-Hoch beendet. "Palladium hat eine sensationelle Entwicklung genommen. Erstaunlich ist, dass auch Platin, das für die Herstellung von Dieselkatalysatoren gebraucht wird, trotz des aktuellen Dieselskandals weiter steigt. Letztendlich wird dieser Markt jedoch von drei Produzenten, wenigen Händlern und einigen Investmentbanken dominiert, was die Preisentwicklung im Gegensatz zur Entwicklung von Angebot und Nachfrage bestimmt", so Siegel.

Die Aktien der Minengesellschaften hätten den physischen Metallen zumindest auf US-Dollar-, jedoch nicht auf Euro-Basis folgen können. Der Sektor werde von Investoren weiter vernachlässigt. Es seien keine größeren Übernahmen oder Kapitalerhöhungen gemeldet worden. "Ein weiterer Anstieg der Minenaktien um 5 Prozent würde jedoch ein neues Kaufsignal auf Basis eines 12-Monats-Hochs implizieren. Ein Anstieg der Minenaktien um 25 Prozent könnte sogar ein Kaufsignal auf 3Jahresbasis auslösen", so Siegel.

Die Basismetalle hätten im August den größten Sprung gemacht. Während Blei (+2,6 Prozent) und Kupfer (+6,6 Prozent) im einstelligen Plusbereich bleiben würden, hätten Aluminium (+10,3 Prozent), Zink (+12,7 Prozent) und Nickel (+15,4 Prozent) satte Gewinne eingefahren. "In diesem Sektor sehen wir endlich wieder Kaufsignale. Insbesondere rücken Kupfer mit einem 3-Jahres-Hoch und Zink sogar mit einem 10-Jahres-Hoch in den Fokus der Investoren", habe Siegel abschließend gesagt. (Ausgabe vom 01.09.2017) (05.09.2017/fc/a/m)