Edelmetalle: Zweifel an Umsetzung der US-Steuerreform noch in diesem Jahr lassen Gold kurzzeitig steigen


03.11.17 15:47
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Gold fällt am Morgen auf 1.275 USD je Feinunze, so die Analysten der Commerzbank.

Die gestern Abend verkündete Entscheidung von US-Präsident Trump, FED-Gouverneur Jerome Powell als Nachfolger von Janet Yellen für den FED-Vorsitz zu nominieren, habe keine nennenswerten Auswirkungen auf den Goldpreis gehabt. Die Entscheidung sei im Vorfeld erwartet worden und habe daher keine Überraschung mehr dargestellt. Gestern Nachmittag sei Gold zwischenzeitlich auf 1.285 USD gestiegen, als Details zu den Steuerplänen der Republikaner bekannt geworden seien. Diese würden einen deutlich stärkeren Anstieg der Staatsschulden vermuten lassen als die vom Kongress "genehmigten" 1,5 Bio. USD über die nächsten zehn Jahre. Es sei daher kaum vorstellbar, dass das Paket in der gegenwärtigen Form den Kongress passieren werde.

Für langwierige Verhandlungen sei allerdings kaum noch Zeit, wolle Trump die Steuerreform noch in diesem Jahr unter Dach und Fach bringen. Damit sinke auch die Aussicht auf einen zeitnahen fiskalischen Impuls auf die Wirtschaft und die Inflation und damit auch die Fantasie für stärkere Zinserhöhungen der FED. Ob der US-Arbeitsmarktbericht dies heute Nachmittag bewerkstelligen könne, sei auch eher fraglich. Zwar dürften im Oktober deutlich mehr neue Stellen geschaffen worden sein. Dies stelle aber lediglich eine Gegenbewegung nach dem hurrikanbedingten Stellenabbau im September dar. Zudem sollte sich das Lohnwachstum nach dem starken Anstieg im Vormonat deutlich verlangsamen. Von kurzen Ausschlägen abgesehen sollte Gold die Daten wegstecken. (03.11.2017/fc/a/m)