Edelmetalle: Türkei importierte im Juli und seit Jahresbeginn deutlich mehr Gold


08.08.17 15:46
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Gold profitiert kaum vom wieder schwächeren US-Dollar und handelt bei rund 1.260 USD je Feinunze, so die Analysten der Commerzbank.

Die Türkei habe laut Angaben der Istanbuler Goldbörse im Juli mit 62,8 Tonnen eine rekordhohe Menge Gold importiert. Gemäß Bloomberg-Berechnungen sei dies 13-mal so viel wie im Vorjahr gewesen. In den ersten sieben Monaten des Jahres seien die Importe demnach im Vergleich zum Vorjahr um das 7-fache auf 237 Tonnen gestiegen. Die höheren Importe könnten mit den politischen Unwägbarkeiten im Land zusammenhängen, im Zuge derer Gold offenbar als sicherer Hafen gefragt sei. Auch könnte die Einführung einer Importsteuer auf Goldschmuck von 5% in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu Jahresbeginn eine Rolle spielen. Dadurch könnte Gold anstelle nach Dubai in die Türkei fließen. Es dürfte sich aber nicht nur um eine hohe Konsumentennachfrage handeln, sondern auch die Türkische Zentralbank dürfte hieran teilhaben. Denn sie habe in diesem Jahr bislang in jedem Monat ihre Goldreserven aufgestockt.

Dagegen habe die Chinesische Zentralbank (PBoC) offiziellen Angaben zufolge auch im Juli kein Gold gekauft. Dies sei bereits der neunte Monat in Folge gewesen, in dem sie ihre Goldreserven nicht weiter aufgebaut habe. Über die Gründe der Kaufzurückhaltung könne man nur spekulieren, zumal die Goldreserven Chinas im internationalen Vergleich weiter sehr niedrig seien. Auf der einen Seite lägen die Währungsreserven Chinas immer noch unter dem Niveau von Ende Oktober, obwohl sie in den letzten Monaten gestiegen seien. Auf der anderen Seite hätten abschmelzende Währungsreserven die Zentralbank in den Monaten davor nicht von Goldkäufen abgehalten. (08.08.2017/fc/a/m)