Edelmetalle im Sommerloch


03.07.17 17:18
Stabilitas Fonds

Bad Salzuflen (www.fondscheck.de) - Die Seitwärtsbewegung bei Edelmetallen hat sich auch im Juni fortgesetzt, so die Experten von Stabilitas Fonds.

Der Goldpreis sei um 2,3 Prozent gefallen und habe bei einem Kurs von 1.245 US-Dollar pro Feinunze abgeschlossen. In einem recht ereignislosen Monat für das gelbe Metall sei es jedoch am Morgen des 26. Juni erneut zu einem Zwischenfall an der US-Terminbörse Comex gekommen, der viele Investoren ratlos zurückgelassen habe. Innerhalb weniger Sekunden sei der Goldpreis um rund 1,6 Prozent abgestürzt. "Kurz vor dem Preissturz wurden Gold-Futures im Wert von mehr als zwei Milliarden USD auf den Markt geworfen", sage Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der Stabilitas GmbH. Verkäufe in derart großem Umfang habe es nicht einmal nach dem Brexit oder dem überraschenden US-Wahlsieg von Donald Trump im vergangenen November gegeben.

"Schnell versuchten Händler den Vorfall mit einem Fat-Finger-Trade, also einer versehentlichen Ordereingabe, zu erklären", sage Siegel. "Fakt ist, dass es zum einen eine außergewöhnlich schnelle Kursbewegung war, die normalerweise zügig wieder korrigiert wird, was in diesem Fall nicht zu erkennen war. Auffälligerweise passierte dieses 'Missgeschick' nicht wie sonst üblich an einem Freitagnachmittag vor einem Feiertag, sondern an einem Montagmorgen. Der Vorgang deutet auf den Verkauf einer großen Investmentbank, der nicht darauf bedacht war, einen guten Verkaufspreis zu erzielen, sondern den Preis zu beeinflussen", sage Siegel.

Ein weiteres Thema, das die Investoren im Auge behalten sollten, sei die Inflation. Diese sei in Deutschland im Juni überraschend wieder angestiegen. "Sollte die Inflationsrate weiter steigen, dann ist die EZB irgendwann gezwungen die Zinsen wieder anzuheben, was wiederum die Anleihen unter Druck bringen und somit das Interesse an Gold wieder stärken würde", sage Siegel. Der kleine Bruder Silber habe im Juni 4,1 Prozent verloren und mit einem Kurs von 16,61 USD pro Feinunze abgeschlossen.

Im Juni hätten Platin und Palladium ihre unterschiedliche Entwicklung fortgesetzt. Während Platin 2,3 Prozent verloren habe, habe Palladium um 3 Prozent zugelegt und bei einem Kurs von 844 USD pro Feinunze abgeschlossen. Platin kämpfe seit Anfang März dieses Jahres mit dem Widerstand an der psychologisch wichtigen Marke von 1.000 USD pro Feinunze. "Sollte Palladium in den kommenden Wochen weiter zulegen, wird eine Parität zwischen den beiden Industriemetallen immer wahrscheinlicher", sage Siegel.

Die Aktien der Minengesellschaften hätten sich im Juni kaum von der Stelle bewegt und sich der Seitwärtsbewegung der physischen Metalle angeschlossen. "Dem Sektor fehlt es nach wie vor an Impulsen. Zudem gab es kaum Bewegungen im Segment, weder bei Kapitalerhöhungen noch bei Übernahmen", sage Siegel.

Gegenüber den Edelmetallen hätten die Basismetalle eine stabile Entwicklung erlebt. Während Aluminium noch leicht im Minus gelandet sei (-0,4 Prozent), hätten Nickel (+4,7 Prozent), Kupfer (+4,7 Prozent), Zink (+6,4 Prozent) und Blei (+8,2 Prozent) ordentlich zugelegt. "Die Basismetalle wiesen im vergangenen Monat eine erfreuliche Entwicklung auf. Sollten wir noch so einen ähnlichen Monat erleben, kommen wir bei einigen Metallen wieder in Kaufsignalnähe. Bis dahin ist zumindest eine gesunde Bodenbildung zu beobachten", sage Siegel abschließend. (03.07.2017/fc/a/m)