Edelmetalle: Schwache asiatische Goldnachfrage verhindert weiteren Goldpreisanstieg


01.08.17 13:03
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der US-Dollar hat gestern aufgrund des politischen Theaters in Washington weiter deutlich abgewertet und ist gegenüber dem Euro auf den niedrigsten Wert seit Anfang 2015 gefallen (1,1846 EUR-USD), so die Analysten der Commerzbank.

Auf handelsgewichteter Basis sei der US-Dollar auf den tiefsten Stand seit 15 Monaten gefallen. Hiervon habe Gold jedoch nicht profitiert. Es handle nahezu unverändert bei 1.270 USD je Feinunze. Gold in Euro gerechnet sei aufgrund der Währungsentwicklung unter Druck gekommen und sei wieder auf 1.070 EUR je Feinunze zurückgefallen. Ein Grund hierfür könnte die derzeit schwache Goldnachfrage in Asien sein.

Laut Angaben von Thomson Reuters sei der Abschlag der Goldpreise in Indien zu den Weltmarktpreisen in der letzten Woche so hoch wie seit Jahresbeginn nicht mehr gewesen. Einschätzungen indischer Goldhändler zufolge hätten die in den letzten Wochen deutlich gestiegenen Goldpreise die Nachfrage ebenso gebremst wie die Einführung der Mehrwertsteuer auf Goldkäufe. Daher und wegen hoher Lagerbestände würden die Schmuckhersteller derzeit kein Gold kaufen. Auch in anderen asiatischen Ländern sei die Goldnachfrage momentan verhalten. So seien in China, Hongkong und Singapur die Aufschläge der jeweiligen lokalen Goldpreise zu den Weltmarktpreisen in der letzten Woche gesunken.

Im Gegensatz zu Gold habe Silber gestern durch die festen Industriemetallpreise etwas Aufwind erhalten. Das Gold/Silber-Verhältnis sei daraufhin leicht auf den niedrigsten Wert seit Ende Juni gefallen. (01.08.2017/fc/a/m)