"Diesel-Gate" lässt Palladium-Aktionäre strahlen


11.08.17 14:12
BNP Paribas

Paris (www.fondscheck.de) - Ob Autofahrer, Automobilkonzerne oder Politik, die Affäre um die von Dieselfahrzeugen produzierte dicke Luft kennt bislang nur Verlierer, so die Analysten der BNP Paribas stellen in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Allerdings nur auf den ersten Blick - Börsianer, die auf Palladium gesetzt hätten, würden sogar von der Abgaswerte-Affäre profitieren: Der Preis des Edelmetalls kratze aktuell an der Marke von 900 US-Dollar (je Feinunze), nachdem sein Wert seit Anfang 2016 kontinuierlich um rund 85 Prozent gestiegen - und mit dem jüngsten Wiederaufleben des Skandals erneut in den Fokus der Anleger geraten sei.

Dass die Palladium-Notierung im Juni den höchsten Stand seit anderthalb Jahrzehnten erreicht habe, liege an der im Zuge von "Diesel-Gate" gestiegenen Nachfrage nach Benzinmotoren, für deren Produktion Palladium verwendet werde. Dass das Kraftfahrtbundesamt im Juli für den Marktanteil von Dieselautos einen Rückgang bei den Zulassungen um 40,5 Prozent verzeichnet habe, deute darauf hin, dass sich dieser Trend fortsetzten könnte.

Nichtsdestotrotz müsse die Palladium-Rally kein Selbstläufer sein. Auf der einen Seite dürfte die Abkehr vom Dieselmotor zwar weiterhin für einen Run auf Benzinantriebe und eine erhöhte Nachfrage nach dem Rohstoff sorgen. Zudem wirke der schwache Dollar als zusätzlicher Katalysator für das Edelmetall und vor dem Hintergrund der Politik von US-Präsident Donald Trump könnte sich das fortsetzen. Doch nicht zuletzt angesichts des jüngsten Niveaus, das der Kurs zuletzt vor 16 Jahren gesehen habe, könnte auch dem einen oder anderen Anleger demnächst einmal die Luft zu dünn werden. (11.08.2017/fc/a/m)