Brentölpreis erreicht fast wieder 50 USD je Barrel


04.07.17 15:28
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Brentölpreis stieg gestern um weitere 2% und näherte sich damit wieder der Marke von 50 USD je Barrel, so die Analysten der Commerzbank.

Die Nachrichten einer steigenden OPEC-Produktion würden aktuell ignoriert. Gestern habe auch Bloomberg von einem Anstieg der OPEC-Fördermenge im Juni um 260 Tsd. auf 32,55 Mio. Barrel pro Tag berichtet. Die Hälfte des Anstiegs sei auf Libyen und Nigeria zurückzuführen gewesen, die andere Hälfte auf Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Da Libyen und Nigeria am Monatsende deutlich mehr gefördert hätten als im Monatsdurchschnitt, sei im Juli von einem weiteren Anstieg der OPEC-Produktion auszugehen, sofern es nicht zu erneuten Beeinträchtigungen komme. Dass die Preise zuletzt nicht merklich unter Druck geraten seien, zeuge von einem Stimmungsumschwung. Dies könnte damit zu tun haben, dass die meisten "zittrigen Hände" mittlerweile aus dem Markt ausgeschieden seien.

Laut ICE-Daten seien die spekulativen Netto-Long-Positionen bei Brent zuletzt vier Wochen in Folge um insgesamt 128 Tsd. Kontrakte gefallen. Sie hätten Anfang letzter Woche, also unmittelbar vor Beginn des Preisanstiegs, nur noch bei 206.206 Kontrakten gelegen. Das entspreche dem niedrigsten Niveau seit Januar 2016, als die Ölpreise ihre mehrjährigen Tiefstände markiert hätten. Stattdessen würden die Ölpreise auf Anzeichen einer fallenden US-Ölproduktion reagieren, selbst wenn diese wie der marginale Rückgang der Bohraktivität in der letzten Woche noch sehr vage seien. Oder aber temporären Sonderfaktoren geschuldet seien, wie der von der US-Energiebehörde EIA gemeldete Rückgang der US-Ölproduktion im April, der auf Wartungsarbeiten bei Ölplattformen im Golf von Mexiko zurückzuführen gewesen sei. (04.07.2017/fc/a/m)