Brent-Öl notiert aktuell gar wieder unter 47 USD


10.07.17 17:21
Nord LB

Hannover (www.fondscheck.de) - Nach leichtem Preisauftrieb in der Vorwoche trieben starke Nachfragedaten aber auch veränderte Faktoren auf der Angebotsseite die Rohölnotierungen wieder in der vergangenen Woche, so die Analysten der Nord LB.

Für die Nordseemarke Brent habe dies eine Entwicklung auf fast 50 USD pro Barrel am Mittwoch bedeutet, um dann wieder kräftig nachzugeben. Aktuell notiere die Rohölsorte gar wieder unter 47 US-Dollar pro Barrel. Höher als erwartet ausfallende Lagerbestandsrückgänge in den Vereinigten Staaten hätten letzte Woche auf starke Nachfrage im Segment hingewiesen. Nach Informationen der Energy Information Administration (EIA) seien die Vorräte in der letzten Berichtswoche vom 30. Juni um 6,3 Millionen Barrel zurückgegangen - immerhin dreimal mehr als in der Bloomberg Umfrage erwartet.

Der Trend werde auch in der weiterhin zunehmenden US-Produktion bestätigt: Dort sei der Output pro Tag um 88.000 Barrel auf 9,34 Millionen Barrel gestiegen, wie die EIA mitgeteilt habe. Auch die Anzahl der Förderstellen in den USA sei in der vergangenen Woche wieder gestiegen: Wie Baker Hughes mitgeteilt habe, habe sich der Zähler um 7 auf nun 763 Rigs erhöht. Der Preisdruck im Rohölsegment sei auch von weiterer Unsicherheit über die OPEC-Fördermengenbegrenzungen geprägt.

So seien in der vergangenen Woche russische Regierungsoffizielle damit zitiert worden, dass die Föderation an tieferen Produktionseinschnitten nicht interessiert sei. Eine Verlängerung der Maßnahmen nach dem Treffen am 24. Juli in St. Petersburg sei jedoch vorgesehen. Dennoch: Auch Saudi Arabien scheine nicht so engagiert "what ever it takes" - wie der saudische Ölminister Khalid al-Falih gesagt habe - den Preis zu stützen. Das Königreich habe seine Ölproduktion und Exporte im Juni auf das höchste Niveau gesteigert, seit die Absprachen wirken sollten. Weiterhin habe Saudi Arabien die Preise für asiatische Kunden herabgesetzt. Um Marktanteile in der Region nicht zu verlieren, habe sich das Königreich dazu entschieden. Ob also die OPEC Begrenzungen langfristig so wie intendiert wirken würden, bleibe weiter unsicher. (10.07.2017/fc/a/m)