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Ausgewählte Möglichkeiten im europäischen Immobilienmarkt


06.07.17 11:48
Aviva Investors

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Ein positiver politischer und ökonomischer Rahmen sollte die europäischen Immobilienmärkte unterstützen, sagt Monika Sujkowska, Real Estate Investment Strategy and Research bei Aviva Investors.

Europas Zukunft sehe so rosig aus, wie schon lange nicht mehr. Die Wirtschaft wachse weiter. Das BIP der Eurozone sei in den ersten drei Monaten dieses Jahres, dank des gestiegenen Verbrauchervertrauens, um 1,7 Prozent gestiegen. Zudem habe Emmanuel Macrons Sieg über Marine Le Pen bei den französischen Präsidentschaftswahlen im Mai die populistische Welle aufgehalten, die den Kontinent zu überfluten gedroht habe.

Obwohl die Experten von Aviva Investors in europäischen Immobilien attraktive Chancen sehen - und diese Asset-Klasse immer noch einen gesunden Spread zu festverzinslichen Anlagen bietet - sind gute Werte immer schwieriger zu finden. Die Preisanalyse der Experten deute darauf hin, dass die Anleger in ihrer Wahl der Vermögenswerte anspruchsvoller werden müssten, insbesondere wenn sie die Anforderungen an die Nominalrendite erfüllen möchten.

Daher werde das Mietwachstum ein entscheidender Faktor für die Rendite sein, während sich das Kapitalwachstum verlangsamen werde. Alle erstklassigen High-Street-Märkte dürften in den kommenden fünf Jahren dank der zunehmenden Polarisierung des Einzelhandelssektors ein gesundes Mietwachstum verzeichnen. Es gebe einen harten Wettbewerb unter den Einzelhändlern für die besten Einheiten, um ihre Marken zu präsentieren. Die Prognosen der Experten würden die besten risikoadjustierten Renditen in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Spanien, Schweden und Irland zeigen.

Für deutsche High-Street-Einzelhandelsvermögen werde in den kommenden fünf Jahren eine Gesamtrendite von 4,4 Prozent pro Jahr erwartet, was einen stabilen und risikoarmen Einnahmestrom darstelle. Investoren sollten auch die Entwicklung und die intensiven Asset-Management-Chancen im deutschen Prime-Office-Markt erkunden, wo die Leerstandsraten besonders niedrig seien.

Zudem glauben die Experten von Aviva Investors, dass gewerbliche Immobilien in Belgien, Frankreich, Italien und Luxemburg ebenso einen guten Wert bieten. Dieser Sektor profitiere von strukturellen Trends wie dem starken Produktionswachstum und anhaltenden Boom im E-Commerce, der die Nachfrage nach Lager- und Lieferhubs angekurbelt habe. Der Markit Eurozone Manufacturing Purchasing Managers Index habe im Mai einen Rekordwert von 56,8 Prozent verzeichnet, der höchste Stand seit 2011. Für den europäischen Gewerbesektor prognostiziere man in den nächsten fünf Jahren eine Gesamtrendite von 5,2 Prozent.

Aktuell befinden wir uns in einem fortgeschrittenen Stadium des Immobilienzyklus, in dem es unerlässlich ist, übermäßige Risikobereitschaft zu vermeiden, so die Experten von Aviva Investors. Angesichts der Verlangsamung des Kapitalwachstums und der Erwartungen eines mittelfristig sukzessiven Anstiegs der Zinssätze sollten Investoren den Einsatz von Hebeleffekten nur auf Beihilfen reduzieren. Es sei nicht ratsam, einer Rendite nachzujagen, bei der das Einkommensrisiko hoch sei. Büroaktiva in Dublin und etwa in Teilen von Mitteleuropa sähen riskant aus. Diese Märkte hätten rasante Entwicklungen erlebt, die das Risiko des Überangebots erhöhen würden. Jetzt könnte es eine gute Zeit sein, um schwache Vermögenswerte abzustoßen, da dies schwieriger werde, sobald man eine ungünstigere Phase des Zyklus betrete.

Langfristig werde es für Immobilieninvestoren zunehmend wichtiger, sich auf die Standorte zu konzentrieren, die eine anhaltende Mietnachfrage genießen würden. Städte mit guten demografischen und wirtschaftlichen Perspektiven, einem wachsenden und qualitativ hochwertigen Arbeitsmarkt, einem einladenden Geschäftsumfeld und einer wirksamen Governance sowie kulturellen Anziehungskraft würden angesichts der strukturellen Veränderungen im Immobiliensektor am besten positioniert sein. Auch wenn die Preisgestaltung anspruchsvoll sei, sollten Standorte mit diesen Merkmalen auf lange Sicht outperformen. (06.07.2017/fc/a/m)