Agrarrohstoffe: USDA rechnet mit deutlich höherer EU-Zuckerproduktion


09.10.17 15:26
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Preis für Rohzucker gab am Freitag um 2,8% nach und damit sämtliche im Wochenverlauf erzielten Gewinne wieder ab, so die Analysten der Commerzbank.

Rohzucker handele wieder unterhalb von 14 US-Cents je Pfund. Neue Nachrichten für den abermaligen Preisrutsch habe es nicht gegeben. Es zeige sich dadurch aber die schlechte Stimmung unter den Marktteilnehmern. Diese würden weiter mehrheitlich auf einen fallenden Zuckerpreis setzen. Die Netto-Short-Positionen der spekulativen Finanzanleger seien in der Woche zum 3. Oktober um knapp 21 Tsd. auf 89,6 Tsd. Kontrakte gestiegen. Seit Ende April würden die Verkaufspositionen überwiegen. Ein Grund für die schwache Preisentwicklung sei das deutlich steigende Zuckerangebot in der EU.

Das EU-Büro des US-Landwirtschaftsministeriums rechne für das gerade begonnene Erntejahr 2017/18 mit einer EU-Zuckerproduktion von 20,1 Mio. Tonnen. Das entspreche einem Anstieg um 3,6 Mio. Tonnen gegenüber dem Vorjahr und liege zudem 1,5 Mio. Tonnen über der offiziellen USDA-Schätzung. Das Büro gehe außerdem von steigenden EU-Zuckerexporten aus. Diese sollten sich auf 2,5 Mio. Tonnen belaufen, was einem Anstieg um knapp 1 Mio. Tonnen gegenüber dem Vorjahr entspräche. Grund für die höheren Produktions- und Exportmengen sei die Aufgabe der EU-Zuckerquoten Ende September. Allerdings hätten die EU-Zuckerpreise im Juli laut EU-Kommission noch 50% über dem Weltmarktpreis für Weißen Zucker in London notiert. Das EU-Büro des USDA erwarte daher einen deutlichen Preisrückgang in Richtung Weltmarktpreis. (09.10.2017/fc/a/m)