Agrarrohstoffe: Hohes russisches Weizenangebot drängt auf den Weltmarkt


11.09.17 15:22
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Des einen Freud, des anderen Leid: Die seit Saisonbeginn im Juli kumulierten EU-Weichweizenexporte liegen noch immer 48% unter der Menge des Vorjahres, so die Analysten der Commerzbank.

Die Analysten hätten schon häufiger auf die wichtige Rolle des starken Euro hingewiesen. Ebenso auf die starke Konkurrenz aus der Schwarzmeerregion, vor allem aus Russland. Tatsächlich habe Russland seine Exporte im bisherigen Saisonverlauf um 7% steigern können. Und an Angebot von dort werde es auch weiterhin nicht mangeln, denn die Aufwärtsrevisionen der russischen Ernte 2017/18 würden kein Ende nehmen. Inzwischen werde von 81 bis 82 Mio. Tonnen Weizen ausgegangen.

Zu den vielen Geschädigten durch Hurrikan Irma würden wohl auch die auf Zitrusfrüchte und Gemüse spezialisierten Farmen in Florida gehören. Berichten von Wetterdiensten zufolge könnte ein Viertel der Zitrusfrüchte vernichtet worden sein, denn die Bäume hätten voller Früchte gehangen. Auch stehe zu befürchten, dass viele Bäume selbst zerstört worden seien. Seit Monatsbeginn sei der Preis für gefrorenes Orangensaftkonzentrat an der Börse New York um 12% gestiegen. Auf ihrem weiteren Weg könnte Irma vor allem Georgia treffen, den zweitwichtigsten Baumwollstaat der USA.

Der Baumwollpreis habe in den beiden letzten Wochen ebenfalls über 10% zugelegt, nachdem Harvey bereits Texas, die Nr. 1 der Baumwollproduzenten, getroffen habe. Zuletzt habe der Preis aber leicht nachgegeben. Denn die Schäden seien noch unklar und insgesamt werde noch von einer guten US-Baumwollernte ausgegangen. Auch sehe es so aus, als könnte die Produktion in Indien stärker als erwartet auf gut 30 Mio. Ballen steigen. Das wären 3 Mio. Ballen mehr als im Vorjahr. (11.09.2017/fc/a/m)