Agrarrohstoffe: Hohe russischen Getreideexporte dürften Weizenpreis an der Euronext in Schach halten


05.10.17 16:18
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Russland dürfte in diesem Jahr laut dem russischen Landwirtschaftsminister 128 Mio. Tonnen Getreide ernten, so die Analysten der Commerzbank.

Davon sollten 81,4 Mio. Tonnen auf Weizen entfallen. Die gesamten russischen Getreideexporte sollten sich auf 45 Mio. Tonnen belaufen. Der überwiegende Teil davon sei Weizen. Russland sei in diesem Jahr zum mit Abstand weltgrößten Weizenexporteur aufgestiegen. Russland beginne nach Aussage des Landwirtschaftsministers zudem damit, den Export von Getreide zu subventionieren. Für die europäischen Weizenexporteure seien dies schlechte Nachrichten. Denn damit steige die Konkurrenz am Weltmarkt noch weiter an, was sich dämpfend auf die Nachfrage nach EU-Weizen auswirken dürfte. Gleichzeitig werde damit deutlich, dass Russland noch immer über große Mengen Getreide für den Export verfüge. Dies dürfte steigenden Weizenpreisen an der Euronext in Paris entgegenstehen.

Der Sojabohnenpreis werde derzeit durch Verzögerungen bei der Ernte in den USA und der Aussaat in Brasilien unterstützt. In den USA seien es Regenfälle, die die Erntearbeiten auf den Feldern behindern würden. In Brasilien führe Trockenheit zu Verzögerungen bei der Aussaat. Aufgrund der Feiertagswoche in China und der dadurch bedingten Abwesenheit der chinesischen Käufer fehle allerdings der wichtigste Faktor auf der Nachfrageseite, was das Aufwärtspotenzial bei den Preisen begrenze. (05.10.2017/fc/a/m)