Agrarrohstoffe: EU erhebt erstmals seit fast drei Jahren Importzölle auf Mais


09.08.17 11:41
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die EU erhebt ab sofort einen Zoll in Höhe von 5,16 Euro je Tonne auf importierten Mais, um seine Anbieter bei dem reichlich versorgten Weltmarkt von weiterem Preisdruck abzuschirmen, so die Analysten der Commerzbank.

Ausgenommen seien die zollfreien Importquoten in Höhe von 450 Tsd. Tonnen für die Ukraine und von 280 Tsd. Tonnen anderer Herkunft. Auch könnten Importeure von Teilen des Zolls befreit werden, wenn sie bestimmte Transportrouten und Anlandehäfen nutzen würden. Die EU sei bemächtigt, einen Zoll zu erheben, wenn der in Euro umgerechnete US-Maispreis ergänzt um die Transportkosten länger als 10 Tage unter 157 Euro je Tonne falle - eine Situation, die sich nun zum ersten Mal seit fast drei Jahren eingestellt habe.

Zwar habe der US-Maispreis seit Jahresbeginn rund 9% zulegen können, dieser Effekt sei jedoch in seinem Einfluss auf die Formel zur Zollberechnung durch die starke Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar mehr als kompensiert worden. Bisher würden die EU-Kommission und das USDA für 2017/18 rekordhohe EU-Maisimporte von rund 15 Mio. Tonnen prognostizieren, nachdem die Erwartungen an die EU-Maisernte nach unten geschraubt würden. Anders als bis Juni erwarte die EU-Kommission nun eine gegenüber dem Vorjahr rückläufige EU-Maisernte. Mit 58,4 Mio. Tonnen solle sie nicht nur die letzte Ernte um 4,4% verfehlen, sondern auch noch unter dem enttäuschenden Ergebnis von 2015/16 bleiben. Denn in vielen Ländern West-, Süd- und Osteuropas sei bedingt durch Trockenheit und Hitze mit hohen Ernteeinbußen zu rechnen. (09.08.2017/fc/a/m)