Agrarrohstoffe: China mit rekordhohen Sojabohnenimporten im Juli


08.08.17 16:02
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Erstmals importierte China im Juli in einem Monat mehr als 10 Mio. Tonnen Sojabohnen, so die Analysten der Commerzbank.

Dies seien 30% mehr als im Vorjahresmonat gewesen. Allerdings bestehe kein Anlass zu übermäßiger Euphorie. Denn zum einen dürfte ein Teil der Juli-Importe eine Nachholbewegung für den schwachen Juni gewesen sein. Damals hätten zwar bereits viele Schiffe in den Häfen auf ihre Entladung gewartet, die Ware sei aber nicht ins Land geholt worden. Denn die chinesischen Ölmühlen würden der Nachrichtenagentur Reuters zufolge bereits seit Februar mit Ausnahme weniger Tage unter negativen Verarbeitungsmargen leiden. Hintergrund seien die hohen Bestände an zur Verfütterung in der Tierhaltung genutztem Sojamehl im Land. Diese würden sich auf dem höchsten Stand seit Beginn der Datenreihe vor sechs Jahren befinden. Es werde berichtet, dass vereinzelt bereits Sojabohnen unter Verlust re-exportiert würden, die vorher möglicherweise ohne ausreichende Kreditzusagen geordert worden seien. Von daher dürften die kommenden Monate deutlich schwächer ausfallen.

Die Nachfrage nach Sojabohnen steige weiterhin stärker als die chinesische Eigenproduktion. Das US-Landwirtschaftsministerium USDA schätze den Verbrauch auf 108 Mio. Tonnen nach 101,5 Mio. im Jahr 2016/17. Das Nationale Chinesische Informationszentrum für Getreide und Ölsaaten (CNGOIC) erwarte zwar für 2017/18 eine 10,8% höhere Sojabohnenernte als im Vorjahr. Mit 14,4 Mio. Tonnen würde aber auch dann nur ein kleiner Teil des Verbrauchs aus heimischer Produktion gedeckt. Das USDA gehe daher davon aus, dass die chinesischen Sojabohnenimporte 2017/18 um 3,3% auf 94 Mio. Tonnen steigen würden. (08.08.2017/fc/a/m)