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Agrarrohstoffe: Befürchtung hoher Sturmschäden lassen Baumwollpreis stark steigen


06.09.17 14:11
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Rund ein Viertel der US-Baumwollproduktion war in den letzten Tagen übermäßigen Regenfällen ausgesetzt, so die Analysten der Commerzbank.

Diese würden inzwischen eine ernste Gefahr für die Qualität der Baumwolle darstellen. Daneben habe Hurrikan Harvey Felder verwüstet und im Freien gelagerte Baumwollvorräte zerstört. Nun könnte der heranziehende Hurrikan Irma für zusätzliche Schäden auf den US-Baumwollfeldern sorgen. Während Harvey vor allem Texas überrollt habe, das rund 45% der US-Baumwollproduktion stelle, könnte dieses Mal auf US-Gebiet neben Florida auch der zweitwichtigste Baumwollstaat Georgia betroffen sein. Die Schätzungen für die US-Baumwollernte 2017/18 könnten damit noch einigen Revisionen ausgesetzt sein. Noch werde die Situation nicht dramatisch gezeichnet. Trotz Harvey habe etwa Cotlook Anfang September seine Schätzung für die US-Ernte um 8% auf 4,4 Mio. Tonnen angehoben.

Es werde mit Spannung erwartet, ob das US-Landwirtschaftsministerium, das seine Prognose im August um 300 Tsd. Tonnen auf 4,47 Mio. Tonnen angehoben habe und so gleichauf mit dem International Cotton Advisory Committee liege, im September-Bericht eine Kürzung vornehme. Der August-Schätzung lägen noch Durchschnittserträge der letzten Jahre zugrunde, nun würden zunehmend regionale Differenzierungen nach den aktuellen Gegebenheiten vorgenommen. Die Texas A&M University gehe für Texas von einem Verlust von 400 Tsd. Tonnen durch Harvey aus und bezeichne dies als konservative Schätzung. Erst wenn die Schäden klar seien, werde sich zeigen, ob der Preisanstieg der letzten Tage auf inzwischen 75 US-Cents je Pfund nachhaltig sei. (06.09.2017/fc/a/m)