Agrarrohstoffe: Anhebung der Importzölle auf Zucker in Indien drückt auf Zuckerpreis


11.07.17 16:41
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - In der letzten Juniwoche war der Rohzuckerpreis unter 13 US-Cents je Pfund gefallen - den niedrigsten Stand seit Februar 2016, so die Analysten der Commerzbank.

Nach einer kurzen Erholung auf über 14 US-Cents je Pfund, sei er gestern wieder um 4,2% auf 13,6 US-Cents je Pfund abgesackt. Hintergrund dürfte die Entscheidung Indiens sein, ab sofort den Zollsatz auf seine Zuckerimporte von 40% auf 50% anzuheben. Dies mache Importe teurer und damit weniger attraktiv. So verbleibe mehr Menge am Weltmarkt, die sich andernorts Abnehmer suchen müsse. Dies drücke dort den Preis.

Indien trete je nach Höhe der Eigenproduktion als Netto-Importeur oder Netto-Exporteur von Zucker am Weltmarkt auf. Die magere Produktion 2016/17 von nur 20 Mio. Tonnen decke den laufenden Bedarf des Landes nicht. Daher habe die Regierung zunächst eine zollfreie Importquote von 500 Tsd. Tonnen eingerichtet.

Das Land greife aber auch auf seine Reserven zurück. Teilnehmer einer Bloomberg-Umfrage würden schätzen, dass die Bestände zum Saisonende im September auf 3,4 Mio. Tonnen fallen würden. Zu Beginn seien es 7,7 Mio. Tonnen gewesen. Trotzdem seien laut der Zuckermühlenvereinigung ISMA die Zuckerpreise im Land in den letzten Monaten gefallen, was auf die Aussicht auf eine sehr viel höhere Produktion 2017/18 von wohl 25 bis 26 Mio. Tonnen zurückzuführen sein dürfte. Die Feuchtigkeitsversorgung habe sich durch den letzten und aktuellen Monsun nach zwei Jahren Dürre wieder normalisiert. Dagegen sei der politisch gesetzte Mindestpreis angehoben worden, den die Mühlen an die Zuckerrohrbauern auszahlen müssten. (11.07.2017/fc/a/m)