grundbesitz europa-Fonds: Taugen Immobilien als Inflationsschutz? - Fondsanalyse


07.08.18 14:00
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Lange Jahre war Geldentwertung durch Inflation kein Thema, so die Experten der DWS.

Doch jetzt gewinne die Inflation in Deutschland langsam wieder an Fahrt - auch wenn sie sich historisch gesehen noch immer auf einem niedrigen Niveau bewege. Gemessen am Verbraucherpreisindex seien die Preise im Juni gegenüber dem Juni 2017 um 2,1 Prozent gestiegen. In den kommenden Jahren erwarte der Internationale Währungsfonds (IWF) eine moderate aber stetige Steigerung der Inflationsrate.

Anleger sollten sich daher rechtzeitig gegen die Geldentwertung wappnen. Denn gerade bei der langfristigen Geldanlage sei der Blick auf die Renditen nach Inflation, die realen Renditen, entscheidend.

Nicht zu Unrecht würden in diesem Zusammenhang viele Deutsche über Immobilieninvestments nachdenken. Denn als Sachwert schlechthin gelte Betongold allgemein als relativ wertstabil.

In den letzten Jahren habe die Preissteigerung von Immobilien in Deutschland deutlich über der allgemeinen Teuerungsrate gelegen, wie eine Auswertung des Analyseunternehmens Bulwiengesa zeige. Der von Bulwiengesa seit 42 Jahren berechnete Immobilienindex habe 2017 das dreizehnte Jahr in Folge kräftig zugelegt. Die Immobilienpreise seien dabei weit stärker als die Verbraucherpreise gestiegen. "In den letzten fünf Jahren liegt die jährliche Veränderungsrate knapp über 4,5 Prozent. Die Schere zwischen Immobilienpreiszuwachs und Inflationsrate bleibt damit weit geöffnet", habe Bulwiengesa-Experte Jan Finke die Zahlen kommentiert.

Doch nicht für jeden Anleger seien Immobilien als Inflationsabsicherung wirklich die ideale Investition. Zum einen komme es stark auf das Objekt und die Lage an. Die Bulwiengesa-Studie zeige beispielsweise, dass Immobilien in Deutschland nicht automatisch einen Inflationsschutz bieten würden. Während nämlich die Preise in einigen Ballungszentren stark zugelegt hätten, sei es in anderen Regionen Westdeutschlands nur zu geringen Steigerungen gekommen. So hätten Immobilien in München seit 1975 eine jährliche Wertsteigerung von durchschnittlich 3,9 Prozent pro Jahr geschafft, in Frankfurt von 3,1 Prozent. Für Wohnimmobilien in Duisburg hätten die Analysten im Durchschnitt lediglich einen Zuwachs von zwei Prozent pro Jahr errechnet.

Dazu komme: Weil die Immobilienpreise an vielen Standorten in den vergangenen Jahren so stark gestiegen seien, lasse sich heute mit einer direkten Investition in eine Immobilie über die Mieteinnahmen oft kaum noch eine annehmbare Rendite erzielen.

Eine gute Alternative könne in diesem Umfeld die Investition in einen offenen Immobilienfonds sein. Anleger müssten in diesem Fall weder Wohnungen oder Häuser kaufen, sondern könnten bereits mit kleinen Beträgen an der Entwicklung der Immobilienmärkte teilhaben.

Offene Immobilienfonds würden das Geld der Anleger zum Beispiel in Büro-, Handels- oder Industrieimmobilien anlegen. Mit einem breiten Mix der Nutzungsarten würden die Fonds so das Risiko streuen. Dabei sei allerdings zu beachten, dass bei offenen Immobilienfonds eine gesetzliche zweijährige Mindesthaltefrist (für Fonds, die ab dem 22.07.2013 gekauft worden seien) gelte. Zudem müssten Anleger eine einjährige Kündigungsfrist einhalten. Allerdings sei ein vorzeitiger Verkauf von Fondsanteilen notfalls häufig über die Börse möglich.

Bei einem Investment in einen offenen Immobilienfonds, wie zum Beispiel den grundbesitz europa, stünden die Chancen für einen wirksamen Inflationsschutz derzeit sehr gut.

Die Anteilseigner würden dabei von den regelmäßigen Mieteinnahmen der Objekte im Fonds sowie von einer eventuellen Wertsteigerung der Immobilien bei einer Veräußerung profitieren. Zusätzliches Plus für den Inflationsschutz: Bei Gewerbeimmobilien seien die Mietverträge oft indexiert. Das heiße, die Mieten würden bei anziehender Inflation automatisch mit steigen.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor für Immobilienfonds sei die Vermietungsquote. Eine gute Nachricht für Anleger: Laut der Ratingagentur Scope hätten offene Immobilienfonds ihre Vermietungsquoten im Durchschnitt zuletzt auf den Rekordwert von 95,3 Prozent steigern können. Die von Sope befragten Fondsanbieter seien auch für die nahe Zukunft optimistisch. Knapp die Hälfte von ihnen erwarte eine durchschnittliche Rendite von 2,5 Prozent, knapp ein Drittel rechne mit bis zu 3,0 Prozent. Damit lägen die Renditeerwartungen über dem Vorjahr, als 90 Prozent der Anbieter ein durchschnittliches Renditeniveau von 1,5 bis 2,5 Prozent erwartet habe.

Die größten Risiken für offene Immobilienfonds würden die Anbieter in einem Mangel an geeigneten Investitionsmöglichkeiten (80 Prozent) sehen, gefolgt von einem Anstieg des Zinsniveaus (ca. 59 Prozent). (Ausgabe vom 26.07.2018) (07.08.2018/fc/a/f)





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