Mit gezielten Investments vom Megatrend "Demografischer Wandel" profitieren


07.12.18 14:30
AnlegerPlus

München (www.fondscheck.de) - Der demografische Wandel unserer Gesellschaft ist Fakt, so Christoph Richter in der aktuellen Ausgabe der "AnlegerPlus News".

Das würde nicht einmal Donald Trump bestreiten - in den USA gehen bis 2030 durchschnittlich jeden Tag 10.000 Menschen in den Ruhestand. Die zunehmende Alterung der Gesellschaft in den westlichen Industriegesellschaften führe dazu, dass im Laufe der Zeit immer mehr ältere auf immer weniger jüngere Menschen treffen würden. Bis zum Jahr 2035 werde sich beispielsweise die Zahl der über 65-Jährigen in Deutschland voraussichtlich verdoppeln, die der über 85-Jährigen sogar ungefähr verdreifachen.

Im Jahr 2045 würden gut 25% der Bevölkerung in Europa über 65 Jahre alt sein. Das liege an den sukzessive in Ruhestand gehenden Babyboomern, den geburtenstärksten Jahrgängen aus der Vergangenheit. In Japan lässt sich schon heute gut beobachten, wie unsere Zukunft aussehen könnte: Eine schrumpfende Gesellschaft, die zunehmend vergreist, was wiederum die Aussichten für künftiges Wirtschaftswachstum dämpft, so die Experten von "AnlegerPlus". Der demografische Wandel habe aber auch positive Ausprägungen: Beispielsweise verändere sich im Rahmen dieses langfristigen Transformationsprozesses das Konsumverhalten der Bevölkerung.

Zwar kämpfen immer mehr Menschen auch in unserem Land mit zunehmender Altersarmut, einem großen Anteil der heutigen und künftigen Ruheständler geht es jedoch hervorragend, so die Experten von "AnlegerPlus". Die Generation 55 plus halte in Europa ca. 56% des Nettovermögens. Die immer wieder in den Raum gestellten zu vererbenden Summen der nächsten Jahrzehnte würden einen Hinweis darauf geben, wo das Geld liege, das dann sicherlich auch in den Konsum fließen werde. Außerdem würden viele Ruheständler über ausreichend Rücklagen verfügen, sodass sie ihre Ausgaben auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten kaum reduzieren müssten. Investoren würden eine solche Konstanz schätzen.

Zudem habe sich die Lebenskraft und die Lebenseinstellung der Senioren gewandelt. Viele Golden Ager möchten ihre Zeit nicht mehr lethargisch vor dem Fernseher verbringen, sondern sie möchten im Alter noch einmal etwas erleben. Das beflügle nicht nur die Reisebranche. Hochwertige Kleidung und Schmuck, Kosmetika und bewusste Ernährung würden ebenso zum Stimmungsprogramm der junggebliebenen Senioren wie teure Einrichtung oder Kulturevents gehören.

Wer es sich leisten könne, gönne sich also etwas. Davon würden beispielsweise Aktien von Luxusgüterkonzernen sowie Eventveranstalter oder Anbieter von Kreuzfahrtreisen profitieren. Berater aus dem Private Banking würden neben der allgemeinen Lebensfreude auch die Anlagealternativlosigkeit als Grund für die neue Lust am Konsum anführen: Die in der Regel risikoscheuen Rentner würden ihr Geld eher ausgeben, wenn das Sparbuch statt 3% nur 0,01% an Zinsen bringe.

Neben dem Konsumverhalten betreffe der altersbedingte Gesellschafswandel das Thema Gesundheit. Seien die "jüngeren Senioren" noch aktiv und weitgehend gesund, treffe dies auf höher betagte Rentner, deren Lebenserwartung stetig zunehme, meist nicht mehr zu. Parallel dazu habe sich die medizinische Versorgung deutlich verbessert. Viele Krankheiten könnten gezielter behandelt werden, gleichzeitig würden deutlich mehr Krankheiten als früher überhaupt erkannt. Das Angebot schaffe die Nachfrage, wer die Möglichkeit habe, etwas gegen seine Leiden zu unternehmen, der werde dies auch tun. Von diesem Trend könnten Pharmakonzerne oder Medizintechnikbetriebe profitieren. Pflege und betreutes Wohnen würden ebenso als Milliardenmarkt der Zukunft gelten.

Das zeige, Zielgruppe der Ruheständler müsse je nach Lebensphase differenziert betrachtet werden. Es empfehle sich, alle Bereiche abzudecken, die vom Demografiewandel profitieren könnten, und sich nicht nur auf Konsum oder Gesundheit zu beschränken. Denn selbst wenn der übergelagerte Trend leicht erkennbar sei, falle es schwer, ein Detailinvestment herauszupicken. Deshalb heiße es, immer am Ball zu bleiben oder einem Fondsmanager zu vertrauen.

Der Trend der Überalterung in den Industrieländern sei unumkehrbar. Und selbst wenn durch Zuwanderung und Migration der Entwicklung Einhalt geboten werden könnte, die Best Ager bleiben würden. Daher sollten sich Investments mit entsprechender Ausrichtung langfristig auszahlen. Aber aufgrund des eingeschränkten Anlagehorizonts sollten sie nur als Beimischung in der Vermögensallokation genutzt werden.

Ausgewählte Fonds und ETFs zu diesem Thema:

Fondsname / Fondsvolumen in Euro / Auflage / Lfd. Kosten TER p.a. / Performance fünf Jahre

CPR Silver Age / 2 Mrd. / 22.12.2009 / 2,27% / 27,50%
LO Funds - Golden Age / 767 Mio. / 26.11.1999 / 1,85% / 30,70%
Fidelity Global Demographics / 496 Mio. / 12.04.2012 / 2,03% / 49,18%
iShares STOXX EU 600 Healthcare ETF / 549 Mio. / 25.04.2001 / 0,46% / 44,35% (Ausgabe 12/2018) (07.12.2018/fc/a/f)






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