XAIA Credit Debt Capital-Fonds: 09/2020-Bericht, Investitionsquote auf 83% erhöht - Fondsanalyse


05.11.20 09:00
Universal-Investment-GmbH

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der XAIA Credit Debt Capital nutzt Bewertungsunterschiede zwischen verschiedenen Refinanzierungsinstrumenten von Schuldnern aus, so die Experten der Universal-Investment-GmbH.

Dabei strebe der Fonds einen Ertrag von 3-Monats-Euribor plus 4,5% p.a. nach Kosten an, unabhängig von der allgemeinen Entwicklung an den Aktien- und Rentenmärkten.

Der Fonds basiere auf einer marktneutralen Anlagestrategie. Er nutze vor allem Preisdifferenzen zwischen Instrumenten unterschiedlicher Seniorität eines Referenzschuldners. Dafür investiere der Fonds zumeist in Schuldverschreibungen eines Emittenten und gehe eine geeignete Absicherungsposition über Aktienderivate ein. Dabei werde die Absicherungsposition in der Erwartung aufgebaut, dass sie einen strategieadäquaten Gleichlauf (Korrelation) zur Anlageposition aufweise und zudem mögliche Extremereignisse aufseiten der Schuldner, wie z.B. eine Insolvenz, ausgleiche.

Als Anlageinstrumente stünden alle Instrumente der Kapitalstruktur zur Verfügung, wobei typischerweise in Anleihen, Wandelanleihen, strukturierte und Hybrid-Anleihen sowie in Schuldverschreibungen investiert werde. Zur Absicherung würden Aktienderivate und gegebenenfalls Kreditderivate eingesetzt. Darüber hinaus würden Zins- und Währungsrisiken über geeignete Absicherungsinstrumente weitgehend neutralisiert.

Die erste Hälfte des Monats September schien zunächst eine Fortsetzung des Augusts zu werden: Rückgang der Risikoaufschläge im Kreditmarkt und festere Aktienmärkte, so die Experten der Universal-Investment-GmbH. Ab etwa Mitte des Monats sei dann allerdings eine Gegenbewegung dazu auszumachen gewesen, die beim Blick auf die CDS-Indices nicht allein durch den halbjährlichen Roll-Effekt zu erklären sei. Dieser Effekt komme schlicht daher, dass die neuen Indices zum einen eine angepasste Zusammensetzung und zum anderen eine um sechs Monate verlängerte Laufzeit aufweisen würden. Beim CDX HY Roll S34 in S35 seien ca. 20 Bp Ausweitung der neuen Zusammensetzung und 7 Bp der längeren Laufzeit zuzuordnen. Prinzipiell würden bei der Auswahl der Einzelnamen eines CDS-Indices in erster Linie geographische Faktoren und die Kreditwürdigkeit eine Rolle spielen, aber auch die Liquidität sei ein Aufnahmekriterium; so fasse beispielsweise der iTraxx XOver die liquidesten 75 CDS-Namen aus dem europäischen High Yield-Bereich zusammen.

Aufgrund verschiedensten Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Finanzmärkte innerhalb des letzten halben Jahres habe es auch bei den neuen Zusammensetzungen der CDS-Indices ungewöhnlich viele Veränderungen gegeben. Vor allem in den USA seien einige Index-Plätze im CDX HY aufgrund von Credit Events frei geworden, d.h. der CDS auf diese Namen existiere nicht mehr (z.B. Hertz). Diese seien zum Teil von ehemaligen IG-Namen besetzt worden, die im Zuge der Krise unter Druck geraten seien, wie z.B. Ford oder Carnival. Gänzlich neue Opportunitäten könnten insbesondere bei Emittenten auftreten, deren CDS erstmalig im Index vertreten seien und folglich durch verbesserte Handelbarkeit geprägt seien.

Zu den finanzmarktspezifischen Auswirkungen der Pandemie würden auch Zahlungsunfähigkeiten und Insolvenzen und in diesem Zuge auch CDS Credit Events zählen. Diese hätten zunächst vorwiegend in den USA beobachtet werden können, mittlerweile würden diese sich aber auch in Europa häufen. So seien im September die CDS-Auktionen für die Retailer Hema und Matalan abgehalten worden (Final Price: 68,5% bzw. 36,5%). Für die britische Restaurant-Kette PizzaExpress sei im September ein Credit Event festgestellt worden, nachdem das Unternehmen eine Kuponzahlung nicht habe bedienen können (CDS-Auktion am 01.10.). Preisverwerfungen bezogen auf die Kapitalstruktur eines Unternehmens fänden sich aktuell hauptsächlich innerhalb der verschiedenen Kreditinstrumente (Anleihen bzw. Kreditderivate unterschiedlicher Seniorität/Laufzeit). Das hohe Niveau impliziter Volatilitäten bei Aktienderivaten nivelliere die Verwerfungen zwischen Aktien- und Kreditinstrumenten.

Im September seien die Experten der Universal-Investment-GmbH auf der Handelsseite erneut sehr aktiv gewesen und hätten Marktverwerfungen zwischen CDS und Anleihen nutzen können, um drei bestehende Positionen weiter aufzustocken. Außerdem hätten die Experten eine neue Position im US-Food-Sektor ins Portfolio aufgenommen. Dem stehe der Abbau einer Position aus dem US-Energy-Bereich gegenüber, die die Experten im Frühjahr aufgebaut hätten, für die sich jedoch der Erwartungspfad in der Zwischenzeit geändert habe und die Experten keine weitere Werthaltigkeit im Halten der Position gesehen hätten.

Für eine weitere Position aus dem europäischen Healthcare-Bereich hätten unternehmensspezifische Nachrichten, die sich auch signifikant auf die Kapitalstruktur auswirken würden, dazu geführt, dass das positive Ertragsszenario der die Experten der Universal-Investment-GmbH mit einer deutlich geringeren Wahrscheinlichkeit zu gewichten sei. Aus diesem Grund hätten sich die Experten zum Abbau dieser Position entschlossen. Reduziert hätten sie außerdem eine Position aus dem US-Drilling-Sektor. Für eine Position auf einen US-Retailer, die wir im Frühjahr aufgebaut haben, war eine Anpassung der Hedge Ratio nötig, um die bereits erzielte positive Performance vereinnahmen zu können, so die Experten der Universal-Investment-GmbH.

Die Anpassungen hätten schließlich zu einer leichten Erhöhung der Investitionsquote auf 83% geführt. Dies lasse den Experten die Möglichkeit, im Falle weiterer Marktverwerfungen speziell innerhalb der Kapitalstruktur einzelner Unternehmen neue Opportunitäten wahrnehmen zu können.

Die Performance für den abgelaufenen Monat liege bei 41 Bp. Positive Performance-Treiber seien Positionen aus den Sektoren, die innerhalb der letzten Monate immer wieder stärker unter Druck geraten seien: Travel/Airlines, Oil & Drilling und Retail.

Für das letzte Quartal des Jahres würden die Experten der Universal-Investment-GmbH nochmals eine erhöhte Volatilität an den Märkten erwarten: Nur langsam voranschreitende Brexit-Gespräche, die Präsidentschaftswahl in den USA und rasant steigende Zahlen von Covid-Neuinfektionen hätten vor allem in ihrer Kombination das Potenzial für einige marktbewegende Nachrichten. Wir beobachten das Geschehen genau, um weitere Marktverwerfungen zum Aufbau neuer Positionen nutzen zu können, so die Experten der Universal-Investment-GmbH. (Ausgabe vom 30.09.2020) (05.11.2020/fc/a/f)






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