XAIA Credit Debt Capital-Fonds: 06/2020-Bericht, anhaltend hohe Aktivität an den Märkten erwartet - Fondsanalyse


28.07.20 08:30
Universal-Investment-GmbH

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der XAIA Credit Debt Capital nutzt Bewertungsunterschiede zwischen verschiedenen Refinanzierungsinstrumenten von Schuldnern aus, so die Experten der Universal-Investment-GmbH.

Dabei strebe der Fonds einen Ertrag von 3-Monats-Euribor plus 4,5% p. a. nach Kosten an, unabhängig von der allgemeinen Entwicklung an den Aktien- und Rentenmärkten.

Der Fonds basiere auf einer marktneutralen Anlagestrategie. Er nutze vor allem Preisdifferenzen zwischen Instrumenten unterschiedlicher Seniorität eines Referenzschuldners. Dafür investiere der Fonds zumeist in Schuldverschreibungen eines Emittenten und gehe eine geeignete Absicherungsposition über Aktienderivate ein. Dabei werde die Absicherungsposition in der Erwartung aufgebaut, dass sie einen strategieadäquaten Gleichlauf (Korrelation) zur Anlageposition aufweise und zudem mögliche Extremereignisse aufseiten der Schuldner, wie z.B. eine Insolvenz, ausgleiche.

Als Anlageinstrumente stünden alle Instrumente der Kapitalstruktur zur Verfügung, wobei typischerweise in Anleihen, Wandelanleihen, strukturierte und Hybrid-Anleihen sowie in Schuldverschreibungen investiert werde. Zur Absicherung würden Aktienderivate und gegebenenfalls Kreditderivate eingesetzt. Darüber hinaus würden Zins- und Währungsrisiken über geeignete Absicherungsinstrumente weitgehend neutralisiert.

Nach den extremen Marktbewegungen der Vormonate sei im Juni an den Finanzmärkten etwas Ruhe eingekehrt und im Monatsverlauf hätten sich die Spread-Niveaus an den Kredit- wie auch die Volatilitäten an den Aktienmärkten weltweit auf relativ hohem Niveau eingependelt. Stellvertretend sei hier der amerikanische CDX HY Spread genannt, der sich von seinem Tiefstand im Februar bei unter 300 Bp bis knapp 900 Bp Mitte März ausgeweitet habe und zum Monatsultimo Juni bei etwas über 500 Bp gestanden habe. Obwohl also das extreme Stressszenario im März wieder ausgepreist worden sei, würden Kreditinvestoren angesichts der aktuellen Unsicherheiten höhere Risikoprämien verlangen, als das zum Jahresanfang der Fall gewesen sei. Hier würden sich die Kreditmärkte teilweise von den Aktienmärkten unterscheiden, die eine ordentliche Prise mehr an Optimismus diskontieren würden. Allen voran amerikanische Tech-Werte, die im Juni ein Allzeithoch erreicht hätten.

Derweil sei der Zwiespalt an den Märkten deutlich zu spüren und zeige sich vor allem bei den jüngsten Veröffentlichungen der Arbeitsmarkt-, Konsum- und Sentiment-Indikatoren. Einerseits würden die Daten bisher auf beiden Seiten des Atlantiks tendenziell auf eine schnellere Erholung hindeuten ("V"), andererseits würden die Entwicklungen der COVID-19-Pandemie mit den im Juni wieder stark ansteigenden Fallzahlen vor allem in den USA und Brasilien Ängste schüren, dass ein weiterer "Lockdown" unumgänglich sei, was die Hoffnungen auf eine schnelle Erholung zunichtemachen würde.

Die jüngste Markterholung sei dahingehend auch wenig überraschend, da die Zentralbanken (allen voran die FED und die EZB) weltweit immense Anstrengungen unternommen hätten, das Bankensystem mit Liquidität auszustatten und gleichzeitig ihre Ankaufprogramme ausgeweitet hätten. Das habe natürlich inflationäre Tendenzen an den Finanzmärkten ausgelöst. Andererseits hätten die Staaten durch ihre fiskalischen Nothilfemaßnahmen negative Übertragungseffekte auf den gesamten Unternehmenssektor stark verlangsamt. Allerdings könnten auch die Staaten nicht verhindern, dass gewisse Geschäftsmodelle wenig überlebensfähig seien, was sich in stark ansteigenden Ausfallraten widerspiegele (im Juni u.a. Hertz und JC Penney).

Aufgrund der Dominanz systemischer Risiken habe man tendenziell einen Gleichlauf zwischen Aktien- und Kreditmärkten feststellen können. Das treffe aber nicht zu auf solche Namen, deren Kapitalstruktur vor starken Veränderungen stehe (u.a. durch Restrukturierungen, etc.). Genau hier fänden sich aktuell die interessantesten Möglichkeiten.

Im Juni hätten die Experten der Universal-Investment-GmbH fünf bestehende Positionen ausgebaut und vier neue Namen aus unterschiedlichen Sektoren zum Portfolio hinzugefügt. Für die Position auf den Autovermieter Hertz, die aus Anleihen bestanden habe, welche die Experten mit CDS abgesichert hätten, sei ein Credit Event festgestellt worden. Die Experten hätten die Position vor der CDS-Auktion im Juni über Par (was gemäß der ISDA-Regularien das Ergebnis in der Auktion sei) veräußern können. Drei weitere Positionen, welche gleichzeitig auch zu den positiven Performance-Treibern im abgelaufenen Monat zählen würden, hätten die Experten reduziert und somit die positive Entwicklung bereits teilweise materialisiert.

Während der Turbulenzen im Frühjahr hätten die Experten der Universal-Investment-GmbH die Anleihe eines US-Stahlproduzenten gekauft und diese mit einem CDS gehedgt - zu diesem Zeitpunkt die günstigste Form der Absicherung. Die Preisverwerfung zwischen Anleihe und CDS habe sich mittlerweile fast vollständig nivelliert, jedoch sei nun (wieder) ein Mispricing zwischen Anleihe und Put-Optionen auszumachen. Aus diesem Grund seien die Experten auf dieser Position vom CDS zur Put-Option als Hedge der Anleihe gewechselt. Zur größten Volatilität innerhalb des Fonds habe im Juni die Wirecard-Position beigetragen, wo im Zuge der Insolvenz des Unternehmens die Preisfindung im Kredit- und Aktienmarkt zwischenzeitlich durchaus voneinander abgewichen sei.

Auch während der nächsten Wochen werde das Augenmerk auf dem Verlauf der wirtschaftlichen Erholung liegen. Die zunehmenden Fallzahlen weltweit in Kombination mit dem Anstieg der Corona-Fälle in solchen Ländern, in denen bereits Lockerungsmaßnahmen Einzug gehalten hätten, sprächen allerdings dafür, dass die Unsicherheit hoch bleibe - zumindest solange bis ein Impfstoff gefunden worden sei. Man möge die ersten Marktreaktionen auf den Ausbruch der Pandemie als übertrieben betrachten, allerdings könne man das durchaus auch über die jüngste Erholungsbewegung sagen. Die Experten der Universal-Investment-GmbH würden während der Sommermonate eine anhaltend hohe Aktivität an den Märkten erwarten und sähen das Risiko für steigende Risikoprämien. Vor diesem Hintergrund würden die Experten bei ihrer Strategie bleiben, opportunistisch in attraktive Kapitalstrukturopportunitäten zu investieren. (Ausgabe vom 30.06.2020) (28.07.2020/fc/a/f)






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