XAIA Credit Basis II Fonds: Eine stabile und planbare Rendite - ohne Ausfallrisiken - Fondsanalyse


11.11.20 10:30
United Signals GmbH

Frankfurt am Main (www.fondscheck.de) - Mitten in der Corona-Krise hat die Münchner Fondsboutique XAIA Investment ihren Flaggschiff-Fonds, den XAIA Credit Basis II (ISIN LU0462885483 / WKN A0YDMZ, Anteilklasse P), nach fast neun Jahren Hardclosing für neue Anleger geöffnet, so die Experten der Universal-Investment-GmbH in ihrer aktuellen Ausgabe von "ChampionsNews".

Wenige Wochen nach der Öffnung des Fonds seien über 250 Millionen Euro eingesammelt worden. Dr. Jochen Felsenheimer und Ulrich von Altenstadt, beide geschäftsführende Gesellschafter bei XAIA Investment, würden erklären, warum der Fonds habe geöffnet werden können und wie sie ihre Strategie mit Kreditausfallversicherungen absichern würden. Zudem würden sie darauf eingehen, warum der XAIA Credit Debt Capital aufgrund der staatlichen Eingriffe und Rettungsmaßnahmen eine attraktive Alternative zum XAIA Credit Basis II sei.

Mit der Corona-Krise und dem Schock am Ölmarkt waren die ersten Monate des Jahres schon nahezu historisch. Wie haben Sie das erste Halbjahr 2020 erlebt?

von Altenstadt: Selbst mit 30 Jahren Berufserfahrung habe ich solch eine heftige Marktbewegung in so einer kurzen Zeit noch nicht erlebt. Dabei sind zahlreiche sich selbst verstärkende Effekte nicht überraschend gewesen. Bei vielen Investoren sind Risikolimits gerissen worden, Gelder wurden abgezogen und Liquidität für bestehende Derivate-Positionen musste bereitgestellt werden. Marktteilnehmer waren in der Corona-Krise oft Getriebene statt Entscheider. Wir erleben im Rahmen dessen eine Welle von Kreditereignissen in unseren Portfolios. Das ist für uns durch die Absicherung über Credit Default Swaps nicht problematisch; für den klassischen Credit-Investor allerdings schon.

Der XAIA Credit Basis II war seit fast neun Jahren im Hardclosing. Wieso wurde der Fonds wieder für neue Anleger geöffnet?

Felsenheimer: Gerade solche Stress-Szenarien wie die Corona-Krise sind durch die panische Suche nach Liquidität gekennzeichnet. Das betrifft insbesondere Anleihen, und hier allen voran Hochzinsanleihen oder Schwellenländeranleihen. Dadurch weiten sich die Credit-Spreads stärker aus. In solchen Situationen können wir günstig Anleihen kaufen und diese gleichzeitig mit Credit Default Swaps gegen den Kreditausfall versichern. Diese Positionen generieren einen stabilen Return, weil die Zinseinnahmen aus dem Anleiheinvestment über den Versicherungskosten liegen. Solche Positionen aufzubauen ist das Herzstück unseres Fonds. Natürlich haben wir das auch in den vergangenen neun Jahren gemacht. Allerdings ist die Verfügbarkeit von Opportunitäten an die Marktentwicklung gekoppelt. Deswegen haben wir den Fonds Ende März 2020 wieder geöffnet, weil wir genau in diesem Umfeld Positionen aufbauen können.

Sie haben es angesprochen: Das Marktumfeld ist extrem herausfordernd, bietet für Ihren XAIA Credit Basis II aber viele Investitionsmöglichkeiten. Wie haben Sie den Fonds in der Corona-Krise aufgestellt?

Felsenheimer: Wir sehen vor allem, dass Anleihen aus riskanten Segmenten wie dem Hochzins- oder Schwellenländerbereich auf den Markt geworfen werden und sich hier sehr viele Opportunitäten ergeben. Einige Anleihen befinden sich außerdem in den Händen von ETFs. Dort gab es massive Mittelabflüsse im Rahmen der Corona-Krise. Das hat zu einem großen Verkaufsdruck geführt. Wir nutzen diese Situation, kaufen diese Anleihen günstig in unser Portfolio und sichern die Ausfälle mit Credit Default Swaps ab.

Wenn der Anleihe-Spread über den Kosten der Ausfallversicherung liegt, man nennt das im Fachjargon negative Basis, generieren wir einen stabilen Return, der kein temporäres Phänomen ist, sondern so lange erzielt wird, wie wir die Anleihe in unserem Portfolio halten. In diesem stressigen Umfeld können wir unser Portfolio mit vielen Basis-Positionen aufbauen, von denen wir in den kommenden Jahren zehren werden. Konkret heißt das: Ende Februar waren im XAIA Credit Basis II knapp 45 Basis-Positionen allokiert. Ende Mai 2020 wurden 95 Basis-Positionen von insgesamt 72 Emittenten im Portfolio gehalten.

Es gab also ausreichend Optionen, um die Zuflüsse von über 250 Millionen Euro, die es seit Fondsöffnung von März bis Ende Mai gegeben hat, zu allokieren. Wo sind Sie besonders fündig geworden?

Felsenheimer: Wir haben keine Vorgaben und können sehr flexibel handeln. Wir agieren ohne Begrenzung der Regionalität, Sektoren oder auch Ratings. Die meisten Gelder, die wir durch Zuflüsse und noch vorhandene Liquidität hatten, haben wir zunächst in Hochzinsanleihen und dann auch verstärkt in Schwellenländeranleihen investiert. Insgesamt haben wir auch unser US-Exposure deutlich auf über 50 Prozent erhöht. Es lassen sich auch zweifelsfrei gewisse Sektoren ausfindig machen, die in der Corona-Krise stärker unter Druck geraten sind als andere. Beispielsweise im Rohstoffbereich. Allen voran im US-amerikanischen Ölmarkt. Fündig sind wir auch in den Sektoren Luftfahrt, Reisen und Retail geworden. Diese Sektoren haben durch die weltweiten Lockdowns stark gelitten.

Wie schätzen Sie die Wertentwicklung für die Zukunft ein?

von Altenstadt: Hier blicken wir vor allem auf die Unterschiede zwischen den Segmenten, die von den Aufkaufprogrammen der Zentralbanken profitieren, und denjenigen, die davon nicht profitieren. Die Dispersion wird weiter zunehmen. Der Markt wird deswegen künftig von hoher Volatilität geprägt sein. Für unsere Strategie bedeutet das fortlaufende Opportunitäten. Ein Marktumfeld, das wie in den Jahren zuvor von engen Spreads und niedrigen Ausfallraten bestimmt wurde, erwarten wir für die nächsten Jahre nicht. Das Portfolio, das wir im ersten Quartal 2020 aufgebaut haben, ermöglicht einen planbaren und stabilen Ertrag, der voraussichtlich auch über unserem langfristigen Performance-Pfad von Euribor +3,5 Prozent liegen wird.

Neben dem XAIA Credit Basis II wurde auch der XAIA Credit Debt Capital für neue Anleger geöffnet. Wie unterscheidet sich dieser Fonds vom Flaggschiff-Fonds Ihres Hauses?

Felsenheimer: Während wir im XAIA Credit Basis II zur Absicherung der Ausfälle Credit Default Swaps einsetzen, verwenden wir im XAIA Credit Debt Capital Put-Optionen auf die Aktien des Emittenten, dessen Anleihe wir ebenfalls im Portfolio allokiert haben. Insofern bauen wir immer entsprechende Paar-Positionen aus den Put-Optionen auf die Aktie und die Anleihe desselben Emittenten auf. Sollte die Anleihe einen Zahlungsausfall erleiden, sinkt der Wert der Aktie auf null. Dann greift die Absicherung durch die Put-Option. Insofern suchen wir auch in diesem Portfolio nach Anleihen, die unter Druck geraten, nutzen dann aber keinen Credit Default Swap, sondern eine Put-Option als Absicherung. Durch dieses Konstrukt wird der potenzielle Verlust auf der Anleiheseite durch die Put-Option auf die Aktie abgesichert.

Wie hat sich dieser Fonds in der Vergangenheit entwickelt und warum?

von Altenstadt: Aufgrund seiner Positionierung, die auch von steigender Volatilität am Markt profitiert, hat der Fonds im ersten Quartal dieses Jahres rund ein Prozent zugelegt und liegt seit Jahresbeginn bis Mitte Juni 2020 mit zwei Prozent im positiven Bereich. Im Schnitt der vergangenen fünf Jahre hat der Fonds jährlich um drei Prozent zugelegt, bei einer Volatilität von 2,3 Prozent. Der Fonds ist insbesondere in Zeiten stärkerer Marktschwankungen stabil und baut dabei noch weiteres Performancepotenzial auf. Insofern ist diese Strategie sicherlich für das uns bevorstehende Marktumfeld der kommenden Jahre eine sinnvolle Beimischung.

Felsenheimer: Das voraussichtliche zukünftige Marktumfeld ist ein zentraler Punkt. Die Bereitstellung der Liquidität in Kombination mit den Programmen der Zentralbanken wird nicht ausreichend sein, um die direkten Folgen der Pandemie zu bekämpfen. Es ist erforderlich, dass der Staat Unternehmen unterstützt, wie zum Beispiel die Lufthansa. In so einer Situation bekommen Unternehmen teilweise neue Anteilseigner und zusätzlich großzügige Kreditmöglichkeiten. Die Ausfallwahrscheinlichkeit der Lufthansa geht in diesem Umfeld gegen null. Gleichzeitig sind die Erträge auf der Aktienseite durch die Begrenzung der Dividenden eingeschränkt. Das ist ein hervorragendes Umfeld, um Kapitalstruktur-Positionen aufzubauen.

Und wenn im XAIA Credit Basis II oder XAIA Credit Debt Capital eine Anleihe ausfällt, hat das durch die Absicherung keine Auswirkungen auf den Fondspreis.

von Altenstadt: Richtig. In beiden Fällen wird der aus dem Ausfall entstehende Schaden durch die jeweils bestehenden Absicherungsinstrumente ausgeglichen. Im Falle des XAIA Credit Basis II erfolgt die Auszahlung der Versicherungsleistung durch den Kontrahenten, also eine Investmentbank, von dem wir dieKreditausfallversicherung erworben haben. Im XAIA Credit Debt Capital erfolgt der Ausgleich des Schadens durch eine Wertzunahme der Verkaufsoptionen auf die Aktie des betreffenden Emittenten, die wir in entsprechender Anzahl erworben haben, um einen solchen Fall abzusichern. In diesem Umfeld müssen wir unsere Hausaufgaben machen. Wir wetten nicht auf Ausfälle, stellen allerdings sicher, dass uns diese auch nicht schmerzen. (Ausgabe 2/2020) (11.11.2020/fc/a/f)





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