XAIA Credit Basis II Fonds: 09/2020-Bericht, sieben neue Positionen aufgebaut - Fondsanalyse


04.11.20 09:00
Universal-Investment-GmbH

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der XAIA Credit Basis II (ISIN LU0462885483 / WKN A0YDMZ, Anteilklasse P) nutzt Verwerfungen an den Anleihen- und Kreditmärkten aus und strebt bei einem moderaten Risikoprofil eine Überrendite zum 3-Monats-Euribor von 3,5% an, so die Experten der Universal-Investment-GmbH.

Der Fonds basiere auf einer marktneutralen Anlagestrategie. Er investiere in ein breit diversifiziertes, international gefasstes Anlageuniversum, das u.a. Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, Wandelanleihen, handelbare Kredite, Asset Backed Securities und strukturierte Anleihen umfasse. Mögliche Emittentenausfälle würden durch Credit Default Swaps (CDS) abgesichert, andere verbleibende Kapitalmarktrisiken, wie z.B. Aktien-, Zins- und Währungsrisiken über den Einsatz entsprechender Derivate.

Preisdifferenzen zwischen den einzelnen Anlageinstrumenten und den zur Absicherung eingesetzten Derivaten, die aufgrund der Verwerfungen an den Anleihen- und Kreditmärkten bestünden, würden die Hauptertragskomponente des Fonds darstellen.

Das Management strebe an, die Positionen des Fonds so aufzusetzen, dass unabhängig von der Preisentwicklung eine kontinuierliche Absicherung gegenüber potenziellen Ausfällen von Referenzschuldnern gewährleistet sei. Durch die weitgehende Risikoneutralisierung des Portfolios weise der Fonds eine äußerst geringe Korrelation zu anderen Asset-Klassen auf.

Die erste Hälfte des Monats September schien zunächst eine Fortsetzung des Augusts zu werden: Rückgang der Risikoaufschläge im Kreditmarkt und festere Aktienmärkte, so die Experten der Universal-Investment-GmbH. Ab etwa Mitte des Monats sei dann allerdings eine Gegenbewegung dazu auszumachen gewesen, die beim Blick auf die CDS-Indices nicht allein durch den halbjährlichen Roll-Effekt zu erklären sei. Dieser Effekt komme schlicht daher, dass die neuen Indices zum einen eine angepasste Zusammensetzung und zum anderen eine um sechs Monate verlängerte Laufzeit aufweisen würden. Beim CDX HY Roll S34 in S35 seien ca. 20 Bp Ausweitung der neuen Zusammensetzung und 7 Bp der längeren Laufzeit zuzuordnen. Prinzipiell würden bei der Auswahl der Einzelnamen eines CDS-Indices in erster Linie geographische Faktoren und die Kreditwürdigkeit eine Rolle spielen, aber auch die Liquidität sei ein Aufnahmekriterium; so fasse beispielsweise der iTraxx XOver die liquidesten 75 CDS-Namen aus dem europäischen High Yield-Bereich zusammen.

Aufgrund verschiedensten Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Finanzmärkte innerhalb des letzten halben Jahres habe es auch bei den neuen Zusammensetzungen der CDS-Indices ungewöhnlich viele Veränderungen gegeben. Vor allem in den USA seien einige Index-Plätze im CDX HY aufgrund von Credit Events frei geworden, d.h. der CDS auf diese Namen existiere nicht mehr (z.B. Hertz). Diese seien zum Teil von ehemaligen IG-Namen besetzt worden, die im Zuge der Krise unter Druck geraten seien, wie z.B. Ford oder Carnival. Gänzlich neue Opportunitäten könnten insbesondere bei Emittenten auftreten, deren CDS erstmalig im Index vertreten seien und folglich durch verbesserte Handelbarkeit geprägt seien.

Zu den finanzmarktspezifischen Auswirkungen der Pandemie würden auch Zahlungsunfähigkeiten und Insolvenzen und in diesem Zuge auch CDS Credit Events zählen. Diese hätten zunächst vorwiegend in den USA beobachtet werden können, mittlerweile würden diese sich aber auch in Europa häufen. So seien im September die CDS-Auktionen für die Retailer Hema und Matalan abgehalten worden (Final Price: 68,5% bzw. 36,5%). Für die britische Restaurant-Kette PizzaExpress sei im September ein Credit Event festgestellt worden, nachdem das Unternehmen eine Kuponzahlung auf eine der Anleihen nicht habe bedienen können (CDS-Auktion am 01.10.). Basis-spezifisch lasse sich für September im Vergleich zum Vormonat eine leichte Ausweitung der negativen Basis konstatieren. Dies bedeute einerseits einen leicht negativen Mark-to-Market-Effekt für bestehende Positionen, biete aber in der Regel auch die Möglichkeit, bestehende Positionen aus- und neue Basis-Pakete aufzubauen.

Im September waren wir auf der Handelsseite erneut sehr aktiv und konnten die leichte Basis-Ausweitung unter anderem zur Aufstockung von insgesamt zehn bestehenden Basis-Paketen nutzen, so die Experten der Universal-Investment-GmbH. Des Weiteren hätten die Experten sieben neue Positionen aufgebaut. Einige Namen bzw. Papiere davon würden die Experten bereits aus der Vergangenheit kennen, andere stünden schon länger auf ihrer Beobachtungsliste, bei denen allerdings bisher das Target für den Aufbau nicht habe erzielt werden können. Dem stehe der Abbau einer Position aus dem US-Energy-Bereich gegenüber, die die Experten der Universal-Investment-GmbH im Frühjahr aufgebaut hätten, für die sich jedoch der Erwartungspfad in der Zwischenzeit geändert habe und die Experten keine weitere Werthaltigkeit im Halten der Position gesehen hätten.

Zwei weitere Positionen hätten die Experten der Universal-Investment-GmbH ebenfalls abgebaut, nachdem auf beiden bereits innerhalb weniger Monate die zu erwartende negative Basis fast vollständig habe vereinnahmt werden können. Eine vierte Position habe das Portfolio über den vorzeitigen Rückkauf des Emittenten verlassen; den zugehörigen CDS-Hedge hätten die Experten anschließend veräußert. Teilweise abgebaut hätten die Experten eine Position aus dem europäischen Food-Segment zu "Basis-flat-Leveln", d.h. zu einem Paketpreis, der aus Basis-Sicht keinen weiteren Ertrag verspreche (im Vergleich zum Halten der Position bis zur Endfälligkeit).

Das Portfolio bleibe somit breit über verschiedene Sektoren diversifiziert und weise zum Monatsende eine Erhöhung der Investitionsquote auf 92% aus. Die leicht negative Performance im September sei auf eine leichte Basis-Ausweitung zurückzuführen; dies wiederum habe den Experten wie oben beschrieben die Möglichkeit zum Aufbau weiterer Positionen gegeben.

Für das letzte Quartal des Jahres erwarten wir nochmals eine erhöhte Volatilität an den Märkten: Nur langsam voranschreitende Brexit-Gespräche, die Präsidentschaftswahl in den USA und rasant steigende Zahlen von Covid-Neuinfektionen haben vor allem in ihrer Kombination das Potenzial für einige marktbewegende Nachrichten, so die Experten der Universal-Investment-GmbH. Die Experten würden das Geschehen genau beobachten, um weitere Marktverwerfungen zum Aufbau neuer Positionen nutzen zu können. (Ausgabe vom 30.09.2020) (04.11.2020/fc/a/f)






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