XAIA Credit Basis II Fonds: 06/2020-Bericht, etwas Ruhe an Finanzmärkten - Fondsanalyse


27.07.20 09:30
Universal-Investment-GmbH

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der XAIA Credit Basis II (ISIN LU0462885483 / WKN A0YDMZ, Anteilklasse P) nutzt Verwerfungen an den Anleihen- und Kreditmärkten aus und strebt bei einem moderaten Risikoprofil eine Überrendite zum 3-Monats-Euribor von 3,5% an, so die Experten der Universal-Investment-GmbH.

Er investiere in ein breit diversifiziertes, international gefasstes Anlageuniversum, das u.a. Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, Wandelanleihen, handelbare Kredite, Asset Backed Securities und strukturierte Anleihen umfasse. Mögliche Emittentenausfälle würden durch Credit Default Swaps (CDS) abgesichert, andere verbleibende Kapitalmarktrisiken, wie z.B. Aktien-, Zins- und Währungsrisiken über den Einsatz entsprechender Derivate.

Preisdifferenzen zwischen den einzelnen Anlageinstrumenten und den zur Absicherung eingesetzten Derivaten, die aufgrund der Verwerfungen an den Anleihen- und Kreditmärkten bestünden, würden die Hauptertragskomponente des Fonds darstellen.

Das Management strebe an, die Positionen des Fonds so aufzusetzen, dass unabhängig von der Preisentwicklung eine kontinuierliche Absicherung gegenüber potenziellen Ausfällen von Referenzschuldnern gewährleistet sei. Durch die weitgehende Risikoneutralisierung des Portfolios weise der Fonds eine äußerst geringe Korrelation zu anderen Asset-Klassen auf.

Nach den extremen Marktbewegungen der Vormonate sei im Juni an den Finanzmärkten etwas Ruhe eingekehrt und im Monatsverlauf hätten sich die Spread-Niveaus an den Kredit- wie auch die Volatilitäten an den Aktienmärkten weltweit auf relativ hohem Niveau eingependelt. Stellvertretend sei hier der amerikanische CDX HY Spread genannt, der sich von seinem Tiefstand im Februar bei unter 300 Bp bis knapp 900 Bp Mitte März ausgeweitet habe und zum Monatsultimo Juni bei etwas über 500 Bp gestanden habe. Obwohl also das extreme Stressszenario im März wieder ausgepreist worden sei, würden Kreditinvestoren angesichts der aktuellen Unsicherheiten höhere Risikoprämien verlangen, als das zum Jahresanfang der Fall gewesen sei. Hier würden sich die Kreditmärkte teilweise von den Aktienmärkten unterscheiden, die eine ordentliche Prise mehr an Optimismus diskontieren würden. Allen voran amerikanische Tech-Werte, die im Juni ein Allzeithoch erreicht hätten.

Derweil sei der Zwiespalt an den Märkten deutlich zu spüren und zeige sich vor allem bei den jüngsten Veröffentlichungen der Arbeitsmarkt-, Konsum- und Sentiment-Indikatoren. Einerseits würden die Daten bisher auf beiden Seiten des Atlantiks tendenziell auf eine schnellere Erholung hindeuten ("V"), andererseits würden die Entwicklungen der COVID-19-Pandemie mit den im Juni wieder stark ansteigenden Fallzahlen vor allem in den USA und Brasilien Ängste schüren, dass ein weiterer "Lockdown" unumgänglich sei, was die Hoffnungen auf eine schnelle Erholung zunichtemachen würde.

Die jüngste Markterholung sei dahingehend auch wenig überraschend, da die Zentralbanken (allen voran die FED und die EZB) weltweit immense Anstrengungen unternommen hätten, das Bankensystem mit Liquidität auszustatten und gleichzeitig ihre Ankaufprogramme ausgeweitet hätten. Das habe natürlich inflationäre Tendenzen an den Finanzmärkten ausgelöst. Andererseits hätten die Staaten durch ihre fiskalischen Nothilfemaßnahmen negative Übertragungseffekte auf den gesamten Unternehmenssektor stark verlangsamt. Allerdings könnten auch die Staaten nicht verhindern, dass gewisse Geschäftsmodelle wenig überlebensfähig seien, was sich in stark ansteigenden Ausfallraten widerspiegele (im Juni u.a. Hertz und JC Penney).

Auch im Markt für negative Basis trenne sich die Spreu vom Weizen und während vor allem IG-Namen bereits wieder im niedrigen zweistelligen Basisbereich handeln würden, würden negative Basen im HY-Segment unverändert auf attraktiven Niveaus handeln - auch wenn deren Verfügbarkeit in den letzten Wochen leicht rückläufig gewesen sei.

Im vergangenen Monat konnten wir sechs neue Basis-Pakete (auf vier verschiedene Emittenten) sowie zwei bestehende Positionen aus dem US High Yield Sektor auf- bzw. ausbauen, so die Experten der Universal-Investment-GmbH. Die Restlaufzeiten seien hierbei vornehmlich dem Laufzeitenband zwischen vier und sechs Jahren zuzuordnen. Auf der Verkaufsseite sei die Positionierung auf eine US-Airline nach lediglich vier Wochen Haltedauer aufgelöst worden, da sich die Preisverwerfung zwischen Anleihe und CDS bereits nach kürzester Zeit vollständig materialisiert habe. Zudem sei eine europäische High Yield Position aus dem Food-Sektor opportun verkleinert worden. Neben den aktiven Verkäufen seien Anleihen von drei Emittenten vorzeitig bedient worden, bei einer weiteren Position hätten die Experten der Universal-Investment-GmbH einer partiellen Rückzahlung zugestimmt.

Darüber hinaus habe Mitte des Monats die CDS-Auktion für Argentinien stattgefunden. Die Experten der Universal-Investment-GmbH hätten ihr Basis-Paket in die Auktion eingeliefert und entsprechend einen Paketpreis in Höhe von 100% erzielt - hierbei habe die ermittelte Verwertungsquote der Anleihen 31,5% und die Kompensationszahlung der CDS-Kontrakte folglich 68,5% betragen. Die Wertentwicklung von 0,78% im Juni sei größtenteils von der allgemeinen Basiseinengung getrieben gewesen.

Auch während der nächsten Wochen werde das Augenmerk auf dem Verlauf der wirtschaftlichen Erholung liegen. Die zunehmenden Fallzahlen weltweit in Kombination mit dem Anstieg der Corona-Fälle in solchen Ländern, in denen bereits Lockerungsmaßnahmen Einzug gehalten hätten, sprächen allerdings dafür, dass die Unsicherheit hoch bleibe - zumindest solange bis ein Impfstoff gefunden worden sei.

Man möge die ersten Marktreaktionen auf den Ausbruch der Pandemie als übertrieben betrachten, allerdings könne man das durchaus auch über die jüngste Erholungsbewegung sagen. Die Experten der Universal-Investment-GmbH würden während der Sommermonate eine anhaltend hohe Aktivität an den Märkten erwarten und sähen das Risiko für steigende Risikoprämien. Vor diesem Hintergrund würden die Experten bei ihrer Strategie bleiben, opportunistisch in attraktive Basis-Pakete zu investieren. (Ausgabe vom 30.06.2020) (27.07.2020/fc/a/f)






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