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Was haben ETFs mit einer Dose Suppe gemeinsam?


13.05.20 12:37
Franklin Templeton

Frankfurt (www.fondscheck.de) - In Zeiten erhöhter Marktvolatilität haben börsengehandelte Fonds (ETF) laut Jason Xavier, unserem Head of EMEA ETF Capital Markets, die Hauptmerkmale, welche Anleger schätzen, erfüllt: Liquidität, Transparenz und Kosteneffizienz, so die Experten von Franklin Templeton.

Jason Xavier untersuche das Thema eingehender und widerspreche den jüngsten, aus seiner Sicht unsinnigen Kommentaren über Anleihen-ETF.

Bei einer Dose Suppe sei der Inhalt bekannt! Seit Jahren hätten ETF-Praktiker wie Jason Xavier und seine Kollegen aus der Branche es immer wieder gesagt: "ETFs bieten, was auf dem Etikett steht!" Zu den Merkmalen von ETFs würden Liquidität, Transparenz und Kosteneffizienz gehören. Seit Jahren empfehle das Team von Franklin Templeton Anlegern, bei ihrer Portfoliokonstruktion eine Kernallokation oder taktische Allokation mit ETFs zu ergänzen.

Aus Sicht von Jason Xavier würden die Ereignisse der vergangenen zwei Monate und die Marktvolatilität infolge der COVID-19-Pandemie zeigen, dass die bereits erwähnten Vorteile von ETFs nicht außer Acht gelassen werden sollten. Insbesondere Liquidität und Transparenz würden in Phasen erhöhter Volatilität Vorteile bieten. Auf dem Höhepunkt der aktuellen, durch das Coronavirus bedingten Volatilität hätten Kritiker geäußert, dass ETFs - insbesondere Anleihen-ETFs - am Anleihenmarkt Verwerfungen verursachen würden, und viele Anleihen-ETFs seien zu Unrecht mit einem Abschlag auf den Nettoinventarwert (NIW) der jeweiligen Fonds gehandelt worden.

Um wirklich beurteilen zu können, warum dies eine falsche Einschätzung sei, müsse man einen Schritt zurücktreten und die verschiedenen Markt-Mikrostrukturen bei festverzinslichen Titeln (Anleihen) und Beteiligungstiteln (Aktien) betrachten. Der Handel am Anleihenmarkt erfolge nach wie vor hauptsächlich am Freiverkehrsmarkt (OTC), an dem die Parteien direkt ohne Umweg über die Börse handeln würden. In extrem volatilen Phasen weiche die Notierung von Anleihen-ETFs (die an der Börse gehandelt würden) bisweilen vom NIW ihres Basisindex ab. Dies liege daran, dass die NIW häufig auf Grundlage von verzögerten Kursen berechnet würden und nicht von in Echtzeit ausführbaren Kursen, die ETF-Market-Maker heranziehen könnten.

In dieser aktuellen Phase von Turbulenzen lasse sich jedoch in Wirklichkeit beobachten, dass Anleihen-ETFs den Kunden in dieser traditionell vom Freiverkehr geprägten Anlageklasse umsetzbare Preisfindung und transparentes Börsen-Pricing bieten würden. Und offenbar würden viele nun wissen die Funktionsweise von ETFs zu schätzen. Während einige Beobachter versucht hätten anzudeuten, dass die aktuellen Marktturbulenzen ein Problem bei der Struktur offengelegt hätten, möchten die Experten von Franklin Templeton hervorheben, dass eigentlich bestätigt werde, dass "ETFs bieten, was auf dem Etikett steht".

Betrachten wir das gerade erwähnte Beispiel eines Anleihen-ETFs, der innertags mit einem Abschlag auf den NIW des ETF gehandelt wird, so die Experten von Franklin Templeton. Erstens zeige das genaue Innertages-Pricing die von der ETF-Struktur gebotene Innertages-Liquidität. Während man Innertages-Verluste der Märkte um mehrere Prozente beobachte, zeige die Fähigkeit, in Echtzeit eine Transaktion mit einer Fondsposition zu tätigen, die Eignung von ETFs als wertvolles Instrument des Liquiditätsmanagements.

Zweitens gebe es die Komponente der Transparenz. ETFs seien durch die täglichen Angaben zu den Positionen transparent. Dieses Beispiel weise aber auch auf Transparenz bei der Ausführung hin. Wie oben beschrieben, gewähre die Fähigkeit von ETFs, innertags Marktpreise zu liefern, und von ETF-Market-Makern, den zugrunde liegenden Korb genau zu bepreisen und genaue Bid-/Offer-Preise (Kauf und Verkauf) in Echtzeit anzubieten, den Anlegern volle Transparenz über ihre Ausführungskosten und in volatilen Zeiten über die Extrakosten für dieselbe Ausführung.

Das dritte Merkmal sei Kosteneffizienz. Während die Effizienz der ETF-Struktur zu minimalen Gesamtkostenquoten beitrage, weise dieses Beispiel erneut auf Kosteneffizienz für alle Arten von Anlegern hin, gleich, ob sie Vermögenswerte in ein neues ETF-Investment lenken, eine bestehende Anlage verkaufen oder ihr aktuelles Portfolio beibehalten möchten. Wie schon erwähnt, stelle die Fähigkeit von ETFs, den zugrunde liegenden Korb genau zu bepreisen, sicher, dass Anleger für den unabhängigen Einstieg/Ausstieg in einen/aus einem Fonds in beide Richtungen einen genauen Preis zahlen würden. Demzufolge würden ETF die Kosten unabhängig und völlig transparent halten und dazu beitragen, dass bestehende Anteilseigner nicht durch die Kaptalzuflüsse neuer Anleger benachteiligt würden. Darüber hinaus werde die umsetzbare Transparenz für einsteigende/aussteigende Anleger auch dann stets gewahrt, wenn die zugrunde liegenden Märkte eine turbulente Phase durchlaufen würden. (Ausgabe vom 11.05.2020) (13.05.2020/fc/a/e)