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Wandelanleihen kaum belastet durch flüchtiges ETF-Kapital


11.04.18 10:42
Fisch Asset Management

Zürich (www.fondscheck.de) - Zahlreiche Anlageklassen verzeichneten in den vergangenen Jahren ein hohes Wachstum im Bereich passiver ETF-Anlagen, wodurch sie anfällig geworden sind für technisch getriebene Verkaufswellen, sobald die Anlegerstimmung ins Pessimistische dreht, so Stephanie Zwick, Leiterin des Convertible Bond Teams bei Fisch Asset Management in Zürich, im Kommentar zur Anlageklasse der Wandelanleihen.

Zuletzt gesehen im Februar bei den Aktienmarkt-Einbrüchen. Ein zentrales Merkmal des globalen Wandelanleihenmarktes sei die Tatsache, dass kaum passive ETF-Produkte in ihm investiert seien. Dies liege an der Komplexität der Anlageklasse und den feinen Unterschieden zwischen den regionalen Märkten. Somit sei auch das Risiko, dass diese ETFs massive Kapitalabflüsse erleiden würden mit einem Kursabschlag der Bewertungen in der Folge, sehr gering. Ein solches Szenario sei ein sonst allgegenwärtiges Risiko vieler anderer Anlageklassen.

Die Anlegerbasis von Wandelanleihen setze sich zusammen aus Spezialisten für Long-Only-Wandelanleihenfonds und Hedgefonds sowie Aktien- und Anleihenanlegern, die am Marktrand agieren würden. Hedgefonds sind ausgesprochen hilfreich, da sie aufgrund ihrer Anlagestrategien häufig Positionen kaufen, die Long-Only-Anlegern weniger attraktiv erscheinen, jedoch Liquidität bieten, so die Experten von Fisch Asset Management. Des Weiteren steige und sinke die Höhe der von Hedgefonds aufgenommenen Fremdmittel im Laufe der Zeit entsprechend der zum jeweiligen Zeitpunkt bestehenden Anlagechancen, woraus sich in Bezug auf die Bewertungen eine Art natürliches Polster ergebe.

Das Lebenselixier der Anlageklasse der Wandler bilde der Fluss in den Markt strömender Neuemissionen. Und in diesem Jahr sei bisher eine starke Tätigkeit auszumachen. Bereits im Januar sei es zu einem enorm hohen Angebot an Neuemissionen gekommen, insbesondere im asiatischen Raum ex Japan, wo mit 6,8 Milliarden USD das zweithöchste monatliche Emissionsvolumen aller Zeiten verzeichnet worden sei. Global seien im ersten Quartal 26,8 Milliarden USD emittiert worden. Hochgerechnet wäre es damit realistisch, zum ersten Mal seit 2010 wieder auf ein Neuemissionsvolumen von über 100 Milliarden USD zu kommen. Ebenfalls beachtlich sei die Palette an emittierten Wertpapierarten, darunter Umtauschanleihen, variabel verzinsliche Wandelanleihen auf Bankkapital, Pflichtwandelanleihen und eine große Bandbreite an Laufzeiten - eine schöne Veranschaulichung dessen, wie vielfältig einsetzbar Wandelanleihen zur Deckung des Finanzierungsbedarfs von Unternehmen seien.

Gerade im momentanen Zinsumfeld seien Wandler für Unternehmen ein attraktives Finanzierungsinstrument und die Aussicht auf ein weiterhin hohes Emissionsvolumen entsprechend sehr gut. Denn bei steigenden Zinsen seien Unternehmen bestrebt, Anstiege ihrer Fremdfinanzierungskosten zu minimieren beziehungsweise zu vermeiden. Das Hinzufügen der Option, eine Anleihe in Aktien umzuwandeln, habe zur Folge, dass die Renditen von Wandelanleihen deutlich niedriger seien als jene konventioneller Anleihen. Gleichzeitig sei es den Unternehmen nicht nur möglich, jüngste Volatilitätsanstiege bei ihren Aktien zu Geld zu machen, sondern auch sicherzustellen, dass die Umwandlungspreise deutlich über ihren Allzeithochs lägen.

Angesichts guter konjunktureller Daten bestehe bei Investoren die Hoffnung, dass mittelfristig weiter steigende Aktienkurse zu erwarten seien. Aber auch die Angst vor heftigen Kursrückschlägen im Aktiensegment wachse angesichts der schon lange andauernden Rally. Hier würden Wandelanleihen die Lösung bieten: Sie würden Anlegern ermöglichen, ihre widersprüchlichen Gefühle gegenüber den Aktienmärkten in Einklang zu bringen. Das Zusammenspiel aus den Eigenschaften einer Unternehmensanleihe und der Option, diese Anleihe in Aktien des Emittenten umzuwandeln, führe zu einem asymmetrischen Risiko-Rendite-Profil. Auf diese Weise würden Wandelanleihen nicht nur die Partizipation an einem weiteren Anstieg der Aktienmärkte, sondern gleichzeitig durch ihren Bond Floor auch einen Schutz vor Verlusten bieten.

So ist es nicht verwunderlich, dass wir bei unseren Kunden ein hohes und steigendes Interesse an Wandelanleihen feststellen können, so die Experten von Fisch Asset Management. Da sowohl Anleger als auch Unternehmen die Vorzüge der Wandler erkannt hätten, erfahre diese Anlageklasse folgerichtig ein Comeback. Und im bisherigen Jahresverlauf 2018 hätten Wandler ihre Versprechen, die sie aufgrund ihrer Konstruktion geben würden, nachweislich gehalten. (11.04.2018/fc/a/e)