Velten Strategie Deutschland-Fonds: Optimale Datenanalysen als Teil der Erfolgsstrategie - Fondsanalyse


06.06.18 10:00
Universal-Investment-GmbH

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Gesundheitswesen, Energie- oder Finanzwirtschaft - Daten zu sammeln und auszuwerten ist in Zeiten von Big Data ein Trend über alle Branchen hinweg, so die Experten der Universal-Investment-GmbH in ihrer aktuellen Ausgabe von "ChampionsNews".

Viele Unternehmen stelle dies jedoch vor die Herausforderung, aus einer großen Datenmenge die richtigen Rückschlüsse zu ziehen.

Wie aus zig Daten wertvolle Informationen entstehen könnten, wisse Dr. Robert Velten, Geschäftsführender Gesellschafter von Velten Asset Management. Er erkläre im Gespräch mit "ChampionsNews", welche Kennzahlen für den Fonds Velten Strategie Deutschland (ISIN DE000A2ATCU8 / WKN A2ATCU) relevant seien und auf welche Fondsstrategie er setze.

"ChampionsNews:" Herr Dr. Velten, Unternehmen sammeln heutzutage jede Menge Informationen. Oft haben sie jedoch große Probleme, den Datenwust sinnvoll auszuwerten und zu nutzen. Was läuft hier im Sinne von Big Data verkehrt?

Dr. Velten: Manche Erkenntnisse lassen sich nur durch die Auswertung von vielen Daten gewinnen. Deshalb ist es erst einmal positiv, dass sich manche Unternehmen an das Analysieren herantrauen. Es reicht ja gerade nicht, nur das zu betrachten, was einem auffällt, sondern man muss auch das ansehen, was der eigenen Aufmerksamkeit entgeht. Computer können heute so programmiert werden, dass sie aus vielen Daten Dinge lesen, die uns Menschen in unserer subjektiv begrenzten Sicht entgingen. Aber dazu müssen Computer richtig programmiert sein. Und das ist nicht nur eine Frage der Informatik, sondern der einzelwissenschaftlichen Methode. Bei Google beispielsweise arbeiten nicht nur Informatiker, sondern auch Soziologen und andere Wissenschaftler. Wie immer läuft aber in der Wissenschaft nicht alles von Beginn an auf höchstem Niveau, denn die Erkenntnisse müssen erst erarbeitet werden. Aber es ist schon ein Fortschritt, wenn eine Analyse überhaupt wissenschaftlich ist.

Jedoch besitzt nicht alles, was wissenschaftlich genannt wird, auch ein hohes Evidenzniveau. Oft ziehen Forscher oder Unternehmen falsche Rückschlüsse oder ignorieren relevante Beobachtungen. Sie sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Das ist ganz natürlich - auch in der Wissenschaftsgeschichte. Da muss ein besonderer Durchblick her, jemand, der einen Zusammenhang erkennt - wie zum Beispiel Edwin Hubble, dem wir die Evidenz eines expandierenden Universums verdanken. Vor Hubble fehlte es einfach an der richtigen Auswertung von Informationen.

Nur weil Wissenschaftler oder Unternehmen Zusammenhänge feststellen, heißt das aber noch lange nicht, dass diese auch kausal sind. Nehmen wir einmal an, Google wüsste, dass Sie und ich morgens jeden Tag zur gleichen Zeit aufstehen, also sehr früh. Könnte Google daraus schließen, dass dieser Fall morgen auch so eintreten wird? Nein, weil der Zusammenhang nur zufällig wäre und nicht kausal. Eine wichtige Frage ist generell auch, wie man überhaupt ursprünglich auf den Zusammenhang gekommen ist, denn wenn man lange genug sucht, findet man immer irgendwas. Aber dann sind diese Daten nicht valide.

"ChampionsNews:" Sie zeigen anhand Ihrer selbstentwickelten, umfangreichen historischen Datenbank mit Quartalszahlen hunderter deutscher Unternehmen, wie Daten optimal verwertet werden können. Wie lautet Ihre Erfolgsstrategie?

Dr. Velten: Nicht das zu sehen, was wir gerne hätten, sondern das, was Sache ist. Man wünscht sich am Kapitalmarkt kausale Zusammenhänge, um sie auszunutzen. Die meisten der so herbeigesehnten Kausalketten haben dann jedoch keine Prognosekraft. In der Finanzindustrie geht es häufig zu wie beim Interpretieren von Horoskopen. Bei uns nicht. Damit wir auf einen Zusammenhang setzen, muss dieser vier Stufen der Prüfung durchlaufen haben. Erstens: Der Zusammenhang muss außerhalb der statistischen Analyse finanzwirtschaftlich plausibel sein. Zweitens: Danach muss er in einem großen und weit in die Historie zurückreichenden Datensatz nachgewiesen werden. Drittens: Er muss sich, mit unveränderter Methode, in einem zweiten Datensatz nochmals bestätigen und viertens muss er sich schlussendlich in der Praxis bewährt haben.

"ChampionsNews:" Ihrer Fondsstrategie liegen 26 verschiedene Schlusskennzahlen zugrunde. Um welche handelt es sich beispielsweise hier?

Dr. Velten: Wir verwenden fast ausschließlich Eigenentwicklungen. Es reicht uns nicht, die Bewertung über das Kurs/Gewinn-Verhältnis zu messen. Für die Beurteilung der Wachstumsstärke eines Unternehmens haben wir beispielsweise eine Kennzahl, welche Bilanzzahlen verwendet, die wir um bilanzpolitische Maßnahmen bereinigt haben und die wir mit verschiedenen Relationen gegenprüfen. Wir nennen die so entstehende Kennzahl "Wachstumsvorteil."

"ChampionsNews:" Der Fonds "Velten Strategie Deutschland" zielt auf Überrenditen ab. In der Regel bringen Überrenditen jedoch höhere Risiken mit. Wie gehen Sie damit um?

Dr. Velten: Wir erzeugen Überrenditen nicht durch höhere Risiken. Das erreichen wir dadurch, dass wir alle entstehenden Risiken möglichst wegdiversifizieren - nicht nur das Einzelwertrisiko, sondern auch das Strategierisiko. Wir setzen sieben voneinander unabhängige Substrategien ein, die alle funktionieren.

"ChampionsNews:" Sie setzen auf Aktientitel von Branchen wie beispielsweise Information Technology, Industrials und Consumer Discretionary. Wie sehen Sie die Entwicklung der einzelnen Branchen in Zukunft? Warum sind gerade deutsche Titel hier so interessant?

Dr. Velten: Mit solchen Brancheneinteilungen kann ich nichts anfangen. Sie spielen für uns keine Rolle. Wir sind durch unsere Strategien in der komfortablen Lage, keine Prognosen für ganze Branchen machen zu müssen, da wir unsere Einzeltitel nicht nach ihrer Branchenzugehörigkeit, sondern nach ihrer Einzelleistung auswählen. Der Sektor Spezialmaschinenbau hat in Deutschland eine tiefe industriekulturelle Verwurzelung. Die Pro-Kopf-Exporte in Deutschland gehören zu den höchsten der Welt. Das liegt vor allem an den fortwährenden Innovationen in technologieintensiven Branchen. (Ausgabe 2/2018) (06.06.2018/fc/a/f)






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