UniEuroKapital Corporates-Fonds: Portfolio bereits defensiv ausgerichtet - Fondsanalyse


04.05.20 10:30
Union Investment

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die vergangenen Wochen waren turbulent und in Anbetracht der besonderen Kapitalmarktlage halten die Experten von Union Investment für sinnvoll, den Anlegern einen Überblick über ihre wichtigsten Fondsprodukte zu geben.

Welche Auswirkungen habe das Corona-Virus auf diese Fonds gehabt und wie hätten die Experten entsprechend reagiert?

Ein Schwerpunkt des UniEuroKapital Corporates-Fonds bilden Finanzanleihen, die wir aus gutem Grund seit langem übergewichtet sind (u.a. wegen Verbesserung der Kapitalisierung; Reduzierung der Verschuldung auf den Bankbilanzen; Verbesserung der Qualität der Aktiva; etc.), so die Experten von Union Investment. Das Übergewicht von Finanzanleihen sei in der aktuellen Marktphase jedoch der Hauptgrund für die schwache Wertentwicklung des Fonds gewesen, da Banken aufgrund ihrer Zyklizität anfällig für eine Rezession seien. Gleichzeitig seien dies aber auch jene Werte, die von einer Erholung besonders profitieren würden.

Banken würden durch die aktuelle Krise überdurchschnittlich in Mitleidenschaft gezogen. Auf der einen Seite würden lukrative Einnahmen aus dem Investmentbanking fehlen. Auf der anderen Seite würden mögliche Verluste aus den Eigenanlagen und vor allem im Kreditgeschäft hinzukommen. Das tatsächliche Ausmaß der Krise werde man erst in einigen Monaten abschätzen können. Die Liquidität im Bankensektor und die Refinanzierung würden aber derzeit kein Problem darstellen.

Die Ursache der Krise komme auch nicht aus dem Bankensektor, was die Akzeptanz für unterstützende Maßnahmen durch Zentralbanken und die öffentliche Hand erhöhe. Wichtig sei zu betonen, dass es sich hier um keine Bankenkrise handele. Es sei nicht damit zu rechnen, dass eine Bank illiquide werde! Die europäische Aufsicht habe den Euro-Banken nun erhebliche Bilanzierungserleichterungen gewährt. Das nehme zusätzlichen Druck von den Instituten, verschlechtere allerdings die internationale Vergleichbarkeit und die Transparenz.

Mit Blick auf die Unternehmen seien nur wenige Zykliker im Portfolio. Der besondere Vorteil der Unternehmenspapiere sei der direkte Kauf der meisten im Portfolio befindlichen Anleihen durch die EZB. Kritische Sektoren wie Automobil, Einzelhandel, Reise und Energie würden sich so gut wie gar nicht im Fonds befinden. Diese Branchen würden zusammen lediglich fünf Prozent des Fondsvolumens ausmachen. Weiterhin sei das Portfolio nicht in klassische High Yield-Emittenten investiert. Die vorhandenen High Yield-Bestände seien nachrangige Papiere von großen Banken und Versicherungen. Von daher sei das Portfolio bereits defensiv ausgerichtet. Durch das Kaufprogramm der EZB sei die Anlageklasse gut unterstützt und die Risikoaufschläge hätten sich bereits wieder etwas eingeengt. Die Experten würden hierfür noch weiteres Potenzial sehen. Vorerst sei aber weiterhin mit großen Schwankungen zu rechnen.

Insgesamt würden die Experten erwarten, dass die Unternehmen (inkl. Banken) im Portfolio die eine oder andere Herabstufung erfahren würden und das eine oder andere schlechte Quartalsergebnis präsentieren müssten. Die aktuelle Berichtssaison zeige bereits die ersten negativen Einschläge der Corona-Krise. Die Großbanken in den USA hätten mit hohen Rückstellungen reagiert. Das Gleiche würden die Experten auch von europäischen Banken erwarten. Die Experten würden aber nicht mit Ausfällen rechnen.

Der UniEuroKapital Corporates habe im Zeitraum vom 01.01.19 bis zum 19.02.20 einen Wertzuwachs von 3,51% vermelden können. Der Rentenfonds habe sich jedoch dem aktuellen Marktumfeld nicht entziehen können und habe dann von 19.02.20 bis 16.03.20 4,68% an Wert verloren. In den letzten Wochen habe der UniEuroKapital Corporates auch wieder etwas Boden gut machen können und zwischen 16.03.20 und 15.04.20 sei ein Wertzuwachs von 0,31% verbucht worden. (Ausgabe vom 21.04.2020) (04.05.2020/fc/a/f)





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