UI - Aktia EM Frontier Bond+ Fonds: Mit Frontier-Staatsanleihen in Lokalwährung besser durch die Krise - Fondsanalyse


15.05.20 10:30
Universal-Investment-GmbH

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Laut Jetro Siekkinen von Aktia Asset Management bleiben die Frontier Markets in unruhigen Zeiten attraktiv, so die Experten der Universal-Investment-GmbH in ihrer aktuellen Ausgabe von "ChampionsNews".

Welche Gründe er dafür habe und wie der Markt gelaufen sei, erkläre der Deputy Managing Director im Interview am Beispiel des UI - Aktia EM Frontier Bond+ (ISIN LU1669793827 / WKN A2DWDZ, AK I). Der Fonds investiere in Staatsanleihen aus Ländern, die wirtschaftlich, politisch und von der Kapitalmarktentwicklung her noch keine klassischen Emerging Markets seien, es aber schon bald sein könnten: Die "Schwellenländer von morgen". Dabei nutze der Fonds ausschließlich Finanzinstrumente, die in Lokalwährung begeben würden.

Die globalen Finanzmärkte hätten im ersten Quartal 2020 aufgrund von Corona eine rasante Kehrtwende vollzogen, die Aussichten für die Weltwirtschaft hätten sich dramatisch eingetrübt. Was als lokale Krise in einer fernen Ecke Chinas begonnen habe, habe in wenigen Monaten globale Ausmaße erreicht, alle Kontinente seien betroffen. Als Reaktion darauf hätten Politiker in Industrie- und Schwellenländern auf der ganzen Welt umfangreiche Finanzpakete zur Stützung der Konjunktur und der Liquidität aufgelegt. Diese fiskal- und geldpolitischen Maßnahmen hätten zu einer gewissen Stabilisierung geführt, die Liquiditätssituation habe sich verbessert.

Der Absturz der Ölpreise habe den globalen Märkten einen weiteren Schock versetzt: Die Ölpreise befänden sich mittlerweile auf dem niedrigsten Stand seit dem Jahr 2000. Derzeit sehe es danach aus, als würden Ölangebot und -nachfrage noch lange Zeit im Ungleichgewicht bleiben. Die Folge: Ölexportierende Länder mit hohem Finanzierungsbedarf - Beispiele seien Angola, Bahrain, Ecuador, Gabun, Nigeria oder Oman - hätten sich plötzlich mit massiven Verkäufen ihrer Auslandsverbindlichkeiten konfrontiert gesehen. Auch bei den Währungen habe es Anzeichen von Schwäche gegeben.

Während dieser Phase extremer Unsicherheit habe sich der UI - Aktia EM Frontier Bond+ im Vergleich zu traditionellen Emerging-Markets-Anleihen in lokaler Währung sehr gut geschlagen: Seit Jahresanfang habe ein Alpha von sieben Prozentpunkten erzielt werden können (Stand 05.05.2020): Die Gesamtrendite der Strategie sei seit Jahresbeginn (02.01.2020) zwar leicht negativ (minus drei Prozent), liege aber deutlich über der Benchmark GBI-EM Diversified (minus zehn Prozent). Seit dem Start der Frontier-Strategie, im Jahr 2015, übertreffe die Gesamtrendite die Wertentwicklung traditioneller Emerging-Markets-Anleihen in lokaler Währung: Mit 23 Prozent versus zehn Prozent seit Auflage und fünf Prozent versus zwei Prozent über ein Jahr betrachtet. In diesem Jahr habe die Währungskomponente des Frontier-Fonds ein Minus von vier Prozent zur Gesamtrendite beigetragen, während die Zinskomponente eine positive Rendite aufweise (plus ein Prozent) (Stand: 05.05.2020).

Hauptgrund für die im Vergleich zu klassischen Emerging-Markets-Anleihen bessere Rendite der Frontier-Länder: Es gebe keine beziehungsweise kaum passive Produkte, also ETFs, die Frontier-Märkte abbilden würden. Die Kapitalströme aus dem Ausland in die Anleihenmärkte der Frontier-Länder seien folglich vergleichsweise niedrig. Dadurch seien Panikverkäufe ausgeblieben, "vagabundierendes" Geld, das schnell wieder abgezogen werde, habe es ohnehin nicht gegeben. Dazu komme die attraktive laufende Rendite der Strategie.

In diesem Jahr hätten die Experten von Aktia Asset Management ihr Engagement in ölexportierende Länder verringert, das Exposure in Nigeria sei sogar ganz verkauft worden. Grund seien die wachsenden Sorgen bezüglich der Ölpreisentwicklung, der Bewertung der Währungen und der schrumpfenden Währungsreserven gewesen. Erhöht hätten die Experten die Allokationen in ölimportierende Länder wie Äthiopien, Georgien, Pakistan und Usbekistan.

Für Anleihen aus Frontier-Ländern sprächen die hohe laufende Rendite (aktuell durchschnittlich 13 Prozent, Stand 29.04.2020), die kurzen Durationen (2,1 Jahre) und das hohe durchschnittliche Rating (BBB). Die Frontier-Währungen würden die Experten von Aktia Asset Management insgesamt für angemessen bewertet halten. Nach den Marktbewegungen der vergangenen Monate könnte eine weitere Abwertung nun durch länderspezifische Themen ausgelöst werden, solche Risiken seien ihrer Ansicht nach im Allgemeinen aber begrenzt. Weiterhin negativ sähen sie die Währungen der ölexportierenden Länder wie Angola und Nigeria. Hingegen hätten einige Währungen - wie die von Georgien, Kasachstan, Pakistan oder der Ukraine - nach Ansicht der Experten von Aktia Asset Management auf längere Sicht Aufwärtspotenzial, insbesondere wegen der derzeit noch geringen Auslandsinvestitionen in diese Märkte.

Vor dem Hintergrund der weiter hohen Renditen über die gesamte Zinskurve hinweg und der Bewertung der Währungen sähen die Experten von Aktia Asset Management die Frontier-Märkte weiterhin als attraktive Investmentmöglichkeit und strategischen Kernbestandteil eines EM-Anleihen-Portfolios - eine weitere Diversifikation durch Exposure in zusätzlichen Regionen und Währungen mit großem Wachstumspotenzial. (Ausgabe 1/2020) (15.05.2020/fc/a/f)





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