Tungsten PARITON UI-Fonds: Verluste bei jeder Wetterlage vermeiden - Fondsanalyse


02.10.18 08:30
Universal-Investment-GmbH

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Erst Sonnenstrahlen, dann Windböen und Hagelregen - manchmal ist das Wetter so unberechenbar, wie das Auf und Ab an der Börse, so die Experten der Universal-Investment-GmbH in ihrer aktuellen Ausgabe von "ChampionsNews".

Wer auf "Schlechtwetterphasen" an den Märkten strategisch vorbereitet sei, könne hohe Verluste vermeiden. Wie eine solche Fondsstrategie aussehen könne, erkläre Lutz Klaus, CIO von Tungsten Capital Management, anhand des Fonds Tungsten PARITON UI (ISIN DE000A1W8937 / WKN A1W893; ISIN DE000A1W8952 / WKN A1W895) im Interview mit "ChampionsNews".

"ChampionsNews": Herr Klaus, Sie bezeichnen den Tungsten PARITON UI gerne als Allwetter-Fonds. Was meinen Sie damit genau?

Klaus: Wir möchten mit dieser Formulierung ausdrücken, dass wir unabhängig von der Marktlage möglichst ruhig und unspektakulär Erträge erwirtschaften wollen. Dabei ist uns vor allem wichtig, in schlechten Börsenphasen, die meistens unerwartet kommen, stabil zu bleiben. Der Erfolg einer Vermögensstruktur wird am meisten von den schwachen Marktphasen bestimmt, denn zu hohe zwischenzeitliche Verluste können die Langfristperformance unverhältnismäßig stark belasten. Stellen Sie sich vor, Sie hätten nicht viel Risikobudget zur Verfügung und würden bei diesem Zinsniveau zehn Prozent verlieren. Um dieses Problem zu vermeiden, legen wir den Fokus auf jederzeitige Stabilität.

"ChampionsNews": Wie gehen Sie dabei genau vor?

Klaus: Zunächst versuchen wir, aus einem breiten Universum globaler Aktien und Staats- und Unternehmensanleihen, ein möglichst ausgewogenes Basisportfolio herzustellen. Dabei geht es uns weniger darum, über Analysen die zukünftigen Top- oder Flop-Performer zu finden, sondern Assets mit eher unattraktiven Rendite-/Risiko-Verhältnissen aufzuspüren und sie vom Portfolio fernzuhalten.

Das strenge Auswahlverfahren sorgt dafür, dass nur noch relativ attraktive Positionen im Portfolio verbleiben. Im Anschluss können wir uns darauf konzentrieren, die Gewichtung der Assets so vorzunehmen, dass sich deren unterschiedlichen Risiken möglichst vollständig ausgleichen und sich das Portfolio in den verschiedensten Szenarien ruhig entwickelt.

"ChampionsNews": Es kommen Derivate im Portfolio zur Anwendung. Wie werden diese eingesetzt? Welche Aufgabe erfüllen sie in der Portfoliostrategie?

Klaus: Wir halten die Volatilität des Fonds auf einem konstant niedrigen Niveau. Je mehr Märkte schwanken, desto mehr senken wir den Investitionsgrad gleichmäßig über alle Positionen und umgekehrt. In ruhigen Zeiten erreichen wir dann oft Zielinvestitionsquoten von über 100 Prozent. Um dies investierbar zu machen, sind Derivate die effizientesten Instrumente. Darüber hinaus nutzen wir Optionen zur zusätzlichen Absicherung des Portfolios vor Szenarien, in denen Diversifikation allein nicht mehr ausreicht.

"ChampionsNews": Das heißt, Sie nutzen Hebel, obwohl der Fonds doch einen sehr defensiven Charakter hat. Widerspricht sich das nicht?

Klaus: Im Gegenteil. Erstens ist der Fonds nicht defensiv, sondern seine Schwankungen bleiben nur relativ gering. Das liegt daran, dass wir defensive und chancenreiche Assets ins richtige Verhältnis zueinander bringen. Zweitens ist der Hebel nicht generell risikotreibend, sondern ein Instrument, um das Risiko konstant auszusteuern. Unser Basisportfolio ist durch den Ausgleich der Risiken quasi an dem Punkt konstruiert, an dem die erwartete Sharpe Ratio, also das Rendite-/Risiko-Verhältnis, am höchsten ist. Hier lohnen sich gute Diversifikation und punktuelle Absicherungen am meisten. Dieses Portfolio ist jedoch häufig ein sehr schwankungsarmes Portfolio. Das ist nicht schlimm, aber durch die niedrigen Zinsen wirft dieses Portfolio momentan zunächst auch keine hohen Renditen ab.

Um die Zielrendite dieses Portfolios anzuheben, würde man in einem herkömmlichen Multi-Asset-Ansatz die chancenreichen Assets, zum Beispiel Aktien, ausbauen und im Gegenzug defensive Assets, vielleicht Bundesanleihen, abbauen. Damit erhöht sich aber das Konzentrationsrisiko des Portfolios und es wird ineffizient. Die Rendite kann trotzdem höher ausfallen, die Sharpe Ratio aber bestimmt nicht, weil die höhere Rendite mit umso mehr Risiken erkauft wird.

"ChampionsNews": Was machen Sie im PARITON UI in diesem Beispiel anders?

Klaus: Wir suchen nicht die einzelnen Top-Performer, sondern das Top-Portfolio. Wenn die Rendite dieses Portfolios nicht ausreicht, um unser Ziel zu erreichen, dann vergrößern wir das gesamte Portfolio, solange Risikobudget zur Verfügung steht. Wir kaufen also Aktien und Anleihen über Derivate dazu, bis unsere Zielvolatilität erreicht ist. Im Gegenzug könnte in volatileren Phasen das beste Portfolio eventuell zu viel Risikobudget verschlingen. Dann investieren wir insgesamt weniger und halten Kasse.

Wir bevorzugen aber einen leichten Hebel, gegenüber einem erhöhten Konzentrationsrisiko, denn Letzteres lässt sich viel schwerer kontrollieren. (Ausgabe 3/2018) (02.10.2018/fc/a/f)





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